Samstag, 21. Januar 2012

Ali Shaw - Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Dieses Buch habe ich bei vorablesen.de gewonnen! Ich bedanke mich herzlich für diese wunderschöne Lesexemplar!




Inhalt:

Seltsame Dinge gehen auf St. Hauda's Land vor: Eigentümliche geflügelte Kreaturen schwirren umher, in schneebedeckten Wäldern versteckt sich ein Tier, das mit seinem Blick alles in Weiß verwandelt, im Meer sind wundersame Feuerwerke zu beobachten und Ida Maclaird verwandelt sich langsam, von den Füßen aufwärts, zu Glas.
Nun kehrt sie an den Ort zurück, wo alles begann, in der Hoffnung, hier Hilfe zu finden. Doch stattdessen findet sie die große Liebe: Mit ihrer traurigen und trotzigen Art schafft Ida es, die Knoten in Midas Herzen zu lösen. Gemeinsam versuchen sie nun, das Glas aufzuhalten.

Meine Bewertung:

Zunächst etwas zur Optik des Buches: Es ist einfach wunderschön gestaltet, allein schon das Ansehen des Covers macht neugierig auf das Buch. Sehr gelungen finde ich den silbernen, glitzernden Schnitt. Ein echter Hingucker! Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und habe mich riesig gefreut, es tatsächlich gewonnen zu haben.

Wer traurige, in schönen Bildern erzählte Geschichten mag, wird dieses Buch vermutlich lieben. Ich persönlich bin etwas zwiegespalten. Einerseits fand ich die Geschichte sehr schön, aber andererseits war ich auch sehr froh, als sie zu Ende war. Das Ganze war mir doch etwas zu monochrom (um bei den Begrifflichkeiten aus dem Buch zu bleiben, hier geht es ja auch oft um Midas Schwarz-Weiß-Fotografie). Das Leben auf St. Hauda's Land scheint insgesamt nur Schwarz-Weiß zu sein. Um so weiter ich voran kam, umso trister und bedrückender fand ich diese Umgebung. Es wirkt alles sehr deprimierend - da hilft auch die zart erblühende Liebesgeschichte zwischen Ida und Midas, dem schüchternen jungen Mann nichts. Dieser Effekt wird noch verschlimmert durch die ständig und unerwartet einfließenden Rückblenden - die ich im Übrigen teilweise als störend für den Fluss der Geschichte empfand - hier geht es um verlorene Liebe, unerwiederte Liebe, zerrüttetes Familienleben bis hin zum Selbstmord.

Umso trauriger erscheint es, dass Ida mit allen Mitteln dagegen kämpfen möchte, zu einer Glasfigur zu mutieren. Midas will ihr hierbei helfen, ist aber furchtbar unbeholfen und dank seiner Vergangenheit ziemlich verklemmt und verkorkst. Langsam aber sicher schafft er es, sich Ida zu öffnen und das Leben nicht mehr nur durch seine Kamera zu betrachten, doch da ist es für Ida schon fast zu spät. Midas entscheidet sich letztendlich gegen ein monochromes und für ein buntes Leben.

Was mich ungemein stört an diesem Buch - oder allgemein an allen Büchern dieser Art - ist, dass bis zuletzt nicht klar wird, was es überhaupt für ein Tier ist, das alle Lebewesen in seiner Umgebung durch seinen Bick zu Glas werden lässt. Und vor allem: Warum tut es das? Was wird aus den Glas-Menschen und -Tieren - leben sie noch auf irgendeine Art, können sie erlöst werden? Das gäbe Raum für eine Fortsetzung des Buches. Aber ich vermute, eine solche ist nicht vorgesehen.

"Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" bleibt eine mysteriöse auf ihre Weise sehr schöne, wenn auch todtraurige Geschichte. Ein Märchen ohne Happy End, also eher Brüder Grimm im Original als Disney in der Alles-wird-gut-Variante.

Vielleicht habe ich das Buch zu einem falschen Zeitpunkt gelesen, denn wie es der normale deutsche Winter so an sich hat, ist diese Zeit ohnehin schon trist und ziemlich deprimierend. Vielleicht hätte es mir besser gefallen, wenn ich es im Frühjahr oder Sommer, den farbigen und freundlicheren Jahreszeiten, gelesen hätte. Zum jetzigen Zeitpunkt und mit meinem derzeitigen Winterblues hat es meine Erwartungen jedoch leider nicht erfüllt. Dennoch war es mal wieder etwas ganz Anderes.

In diesem Fall kann ich keine Empfehlung dafür oder dagegen geben - das ist meines Erachtens reine Geschmackssache. Vielleicht einfach erstmal reinlesen.

Bis bald!

Jo Kramer - Der Mann danach

Frauenbuch? Männerbuch? Keine Ahnung, auf jeden Fall gut!


(Bilder folgen)

Inhalt:

Jonas ist der Mann, der auf den Plan tritt, wenn der angebliche Mr. Right gegangen ist. Dann nämlich hat Jonas seinen Einsatz, um die Hinterlassenschaften des Ex zu beseitigen und die Wohnungen der Verlassenen zu renovieren – und manchmal auch ihre Herzen. Nur sein eigenes Herz scheint Jonas nicht sanieren zu können, denn er hütet ein tragisches Geheimnis um seine einstige große Liebe. Doch sein Leben ändert sich, als er der scheinbar so abweisenden Hella und ihrer vorwitzigen kleinen Tochter Maja begegnet.

Meine Bewertung

Zunächst einmal muss ich sagen, dass das Buchcover eindeutig täuscht: Man würde vermuten, dass es sich um einen reinen Frauenroman handelt. Schade, denn auch Männer haben an diesem Buch sicherlich Spaß - aber welcher Mann kauft sich schon ein Buch in Rosa und mit Herzchen drauf? Hier sollte der Verlag vielleicht doch noch mal die Gestaltung überdenken.

Die Geschichte von Jonas und "Johnny" - seinem Namen bei den Kundinnen mit gebrochenem Herzen - wird von ihm selbst erzählt, aus seiner Sicht. Es kommt daher auch oft seine Verwirrung über typisch weibliche Verhaltensweisen zum Ausdruck. Als Frau muss ich Jonas, Johnny und vermutlich auch Jo Recht geben: Wir sind wohl manchmal etwas kompliziert. Aber hey, dafür liebt ihr uns doch auch, oder? :o)

Sehr interessant und auch durchaus nachvollziehbar finde ich Jonas' Gedanken über den Mond beziehungsweise seiner Ansicht nach "die Mondin". Auch hier muss ich ihm wieder Recht geben: Warum heißt der Mond eigentlich bei uns der Mond und in vielen anderen Sprachen die Mond? La lune, a lua, la luna... Der Mond hat auch typisch weibliche Züge, er nimmt ab und zu...

Ich habe das Buch sehr schnell gelesen, weil ich einfach wissen wollte, ob und wie sich Hella und Jonas letztendlich finden - denn immer wieder werden ihnen Steine in den Weg gelegt, seien es eigene Zweifel, Kummer oder fiese Fallen von den Ex(en?) beider Seiten. Und man fiebert jedes Mal mit, wenn Jonas wieder reinfällt. Man will ihn in die richtige Richtung schubsen, ihm helfen. Toll finde ich die Hinterhof-Idylle mit seinem Freund und Arbeitgeber Cornelius ("der Halbchinese"), seiner Frau Marita und den Töchtern Pia und Laura ("die Viertelchinesen"). Schön, fast wie eine riesengroße Familie in die auch Hella und Maja gut reinpassen würden. Aber kriegen die beiden es geregelt? Das müsst ihr schon selbst lesen. Und ich kann nur empfehlen: Lest es - egal ob Männlein oder Weiblein. Ist für beide geeignet. Meine bessere Hälfte amüsiert sich auch gerade darüber.

Bleibt letztendlich nur eine Frage (die wohl unbeantwortet bleiben wird): Wieviel Jo steckt in der Figur von Jonas/Johnny?

Mir tat der Abschied von der Großfamilie fast leid und ich wäre nicht unglücklich, wenn man irgendwann mal erfährt, wie es weitergeht. ;o)

Samstag, 7. Januar 2012

Cecilia Ahern - Ein Moment fürs Leben

Das erste Buch des neuen Jahres und gleichzeitig mein erstes Cecilia Ahern Buch: Ein Moment fürs Leben.

Ich habe leider kein eigenes Bild, denn ich hatte es nur ausgeliehen.

Inhalt:

Was machst du, wenn dein Leben sich mit dir treffen will? Gehst du hin?
Mit ihrer verzaubernden Phantasie und ihrem unnachahmlichen Humor erzählt Cecelia Ahern von der wichtigsten Begegnung, die es für uns geben kann: mit dem eigenen Leben.
Eigentlich wundert sich Lucy Silchester über gar nichts mehr: dass ihre große Liebe sie verlassen hat, dass sie aus ihrem Job geflogen ist oder dass sie eine Einladung zu einem Treffen bekommt von ihrem eigenen Leben! Als sie tatsächlich zu dem Termin geht und direkt vor ihm steht, ist Lucy dann aber doch überrascht: So hat sie sich ihr Leben wirklich nicht vorgestellt! Am liebsten würde sie es direkt wieder loswerden. Doch ihr Leben denkt gar nicht daran, sie in Ruhe zu lassen.

Meine Bewertung:

Zuerst zu der Optik: Die finde ich sehr gelungen, hat einen hohen Wiedererkennungswert, trotz der Katze. Man erkennt gleich, dass es ein Cecilia Ahern Buch ist. Ich war gespannt auf dieses Buch, die kurze Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht. Dein Leben will sich mit dir treffen? Wie soll man sich das vorstellen? Und so habe ich nicht nein gesagt, als mir das Buch als Wanderbuch angeboten wurde. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon andere Bücher von Cecilia Ahern in meinem Wahnsinns-RUB habe, aber ich wollte unbedingt dieses lesen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nach den ersten 40 Seiten überlegt habe, das Buch abzubrechen. Lucy nervte mich doch ziemlich und die ganze Story schien nicht so richtig in Gang zu kommen. Die Leserin vor mir sagte mir jedoch, dass auch sie sich durch die erste Hälfte des Buches etwas durchgekämpft hätte, bis die Geschichte interessant wurde. Also beschloss ich, noch 100 weitere Seiten durchzuhalten. Ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt. Lucy wurde mir immer sympathischer, wie auch ihr Leben. Ich habe mit ihrem Leben mitgelitten, wenn es wieder mal versuchte, sie in die richtige Richtung zu schubsen und sie total danebenlag. Man möchte sie wachrütteln, in den Hintern treten und anbrüllen - aber letztendlich erkennt sie, was für sie und ihr Leben gut ist.

Schön finde ich, dass trotz guten Ausgangs Lucys Leben nicht plötzlich eitel Sonnenschein ist. Es gibt Dinge in ihrem Leben, die sich nicht zum Guten wenden, aber ihr Leben hilft ihr, diese zu akzeptieren und damit Frieden zu schließen. Lucy befreit sich von Lügen und seelischem Ballast, ihr kränkliches Leben blüht auf.

Eine sehr schöne Geschichte. Ich werde mir im Laufe des Jahres wohl noch das eine oder andere Cecilia Ahern Buch aus meinem RUB ziehen. Ihr Schreibstil gefällt mir gut.