Dienstag, 30. April 2013

Tina Wolf - Kein Kind ist auch (k)eine Lösung

Ach ja, als unverheiratete Mitdreißigerin ohne Kind hat man es schon schwer...



Zum Inhalt:

Charly hat es wirklich nicht leicht. Nach 1 ½ Jahren hat sie noch immer nicht die Trennung von „ihm“, dessen Name nicht genannt werden darf, verdaut. Obwohl sie „ihn“ rausgeschmissen hatte nachdem sie ihn im Nahkampf mit einer anderen in ihrem Bett erwischt hat. Es wäre ja nicht so schlimm, Single zu sein, wenn man denn noch Freunde hätte – aber Charlies Freundinnen sind auf einmal alle Mütter oder auf dem besten Weg dahin. Charly fragt sich, was passiert ist. Sind denn alle verrückt geworden? Waltraud, die ihr zugelaufene Hundedame, lindert ihre Einsamkeit zwar etwas, doch auch auf Waltraud ist nur bedingt Verlass – genauso, wie auf die Männer, die Charly trifft. Und dann taucht da wie aus dem Nichts Michael auf, ein Traummann mit zwei klitzekleinen Fehlern - einer davon ist, dass er unbedingt Kinder möchte.

Meine Bewertung:

Ich habe das Buch gestern Abend angefangen zu lesen und bin heute schon fertig. Heißt, es hat mir wirklich gut gefallen. Es ist einfach herrlich, wie Charly versucht, die Veränderungen zu ignorieren oder gar aufzuhalten. Und doch ist ihre Verzweiflung nachvollziehbar. Wer kennt das nicht, das plötzlich langjährige Freunde verheiratet sind und Kinder bekommen? Plötzlich dreht sich jedes Gespräch nur noch um Kinder. Der normale Lauf der Dinge – der für einen Unverheirateten ohne Kind oft nicht verständlich ist. Als Charly ihren Traummann Michael kennen und lieben lernt, kommt sie allerdings nicht mehr darum herum, ihre bisherige Einstellung zu hinterfragen. 

Charly ist sehr sympathisch, auch ihre Freundinnen und Waltraud wachsen einem ans Herz. Letztendlich muss sich Charly früher oder später auch entscheiden, wie es weitergeht in ihrem Leben. Irgendwann muss wohl jeder mal erwachsen werden und sich der Frage stellen, was er/sie wirklich möchte – wenn das nur nicht so verdammt schwer wäre...

Ich möchte nicht allzu viel erzählen, den Schreibstil und die Geschichte fand ich toll. Charly reagiert am Anfang zwar etwas übertrieben, aber das relativiert sich schon bald. Insgesamt sehr lustig und unterhaltsam mit einem winzigen Schuss Herzschmerz (aber nicht übertrieben). Das Ende ist zwar absehbar (schon mal allein wegen des Buchtitels), aber das stört nicht wirklich. Ein schönes Debüt, ich freue mich schon auf weitere Bücher von Tina Wolf.

Also, kurz und bündig: Ein dicker Daumen nach oben, viele Sternchen und viel Spaß!

Das war das Wort zum Mittwoch und nun gute Nacht!

Deborah

Blogger schenken Lesefreude - Die Gewinner!

Zuerst bedanke ich mich herzlich bei allen Teilnehmern für die wunderbaren, ausführlichen Kommentare. Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut und mir alle in Ruhe durchgelesen. Die Entscheidung fiel nicht leicht - denn wie angekündigt, habe ich nicht ausgelost - doch letztendlich fielen mir zwei Kommentare besonders ins Auge. Und diesen beiden Teilnehmerinnen möchte ich die Bücher gerne schenken.

1. Markus Walther - Buchland

Schön, dass es zu "Buchland" so viele Bewerber gab! Dieser Kommentar hier gefiel mir am besten:


Hallöchen und einen zauberhaften Welttag des Buches :)

Toll, dass du auch bei dieser fantastischen Aktion mitmachst und wir mit dabei sein dürfen :)

Ich würde gerne für "Buchland" in den Lostopf hüpfen.

In meinem persönlichen Buchland haben zwei Bücher einen ganz besonderen Platz, den ihnen niemand streitig machen kann.

Zum Einen ist das "Die Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers. Vielleicht lässt sich schon am Titel erkennen, warum das so ist.
Mit diesem Buch gelangt man in die Welt der Bücher, in eine Stadt - Buchhaim - wo sich alles nur um Bücher dreht, wo jeder bücherverrückt ist und einfach jeder mit Büchern zu tun hat. Im Labyrinth unter der Stadt leben die Buchlinge, die Bücher rezitieren können... Es ist eine wirklich verrückte, abgefahrene Geschichte, die mich trotz mehrmaligem Lesen immer wieder in ihren Bann zieht. Mein Exemplar sieht auch schon genauso so aus - alt, wie ein Buch, dass ich schon ewig besitze und 100fach gelesen - kein Wunder, ich habe es vielen meiner Freunde geliehen, um dieses Abenteuer ebenfalls erleben zu können :) Ich empfehle es jedem Buchliebhaber weiter :)

Das zweite Buch stammt aus der Feder von Ralf Isau - er ist mein Lieblingsautor des Fantasygenres. Der Titel: "Das Museum der gestohlenen Erinnerungen".
Dieses Buch ist eines der für mich faszinierendsten Bücher des Fantasymarktes. Ihm mangelt es nicht an nie dagewesener Fantasie, die mich in einen Sog mitgenommen hat, der mich den ganzen Tag an nichts anderes als dieses Buch denken ließ. Oliver und Jessica - die beiden Hauptprotagonisten, erleben ein Abenteuer, deren Stelle man am liebsten selbst einnehmen möchte. Man gelangt mit ihnen an einen Ort, der sich bis ins eigene Unterbewusstsein erstreckt. Die Charaktere aus dem Land der gestohlenen Erinnerungen sind sooooo zauberhaft. Dinge, die vergessen wurden, erwachen zum Leben. Der alte Mantel von Napoleon, der alte kleine Pinsel von Oliver... Es gibt sogar ein Einhorn, das so philosophisch ist, dass man es meistens nicht versteht.
Ganz nebenbei erfährt man als Leser so einiges über die Geschichte Mesopotamiens. Das Tor, das in die fremde Welt führt, steht mitten in Berlin im Pergamon-Museum. Es ist das Ischtar-Tor. Ich bekomme Gänsehaut wenn ich nur daran denke. Als ich das erste Mal dort war, konnte ich natürlich an nichts anderes als dieses Buch denken.
Verrückt oder nicht, Ralf Isau habe ich es zu verdanken, Vorderasiatische Archäologie studiert zu haben, da ich mich nach dem Lesen des Buches so sehr mit dem geschichtlichen Teil auseinandergesetzt habe, der einem einfach so nebenbei vermittelt wird, dass er mich nicht mehr losgelassen hat. Heute bin ich Archäologin und dieses Buch begleitet mich überall hin :)

Ich bin als Leser also im Fantasy-Genre beheimatet und natürlich fehlen in meinem Regal auch Reihen wie "Die Geheimnisse des Nicholas Flamel", "Flamel", "Die Edelstein-Trilogie", "Harry Potter", "Laura" und "Septimus Heap" nicht :) Ich habe also schon viele tolle Welten bereist, doch in Buchland, da war ich noch nie und hatte bisher auch nicht die Chance dazu :) Vielleicht bekomme ich sie ja von dir :)

Herzliche Grüße in Tintenblau :)
Iris
Ich finde es toll, dass Iris angeregt durch Ralf Isaus Geschichte ihren Traumberuf gefunden hat. Diese beiden Bücher werde ich auf jeden Fall auch einmal lesen! 


2. Andreas Izquierdo - Das Glücksbüro
Auch hier fiel die Wahl nicht leicht, aber ich wurde fündig:

Zuerst einmal -- tolle Idee, daß die Kommentare ein wenig kreativ sein sollen. :)
...
Buch 2: Es gibt große und kleine Glücksmomente, die mir wichtig sind. Als passionierte Fotografin habe ich immer eine Kamera dabei, um ein Motiv bei Bedarf festhalten zu können. Vor einiger Zeit habe ich so einen Schnappschuß gemacht, der mir nach wie vor einfach super gefällt. An einer S-Bahn Station stand ein Mann auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig vor einer Plakatwand und betrachtete das Motiv eingehend -- eine Werbung für das Reiseland Peru. Das Besondere daran ist, daß auf dem Plakat auch ein Mann zu sehen ist, der seinerseits die Ruinen vor im bewundert. Das wirkte fast so, als wäre bereits dieser Mann bereits vom Bahnsteig ins Plakat gestiegen und der reelle Mann würde ihm nun nachfolgen. Ein zauberhafter Moment -- und ein einzigartiger Glücksfall von "zur richtigen Zeit am richtigen Ort." :)

Liebe Grüße aus München,
Birgit
Als Hobbyfotografin (na ja, eher Knipserin) gefiel mir dieser Kommentar am besten - ich kann diesen Glücksmoment nachvollziehen (würde übrigens gerne mal das Foto sehen...).



Die Gewinnerinnen bitte ich, mir ihre Anschriften per E-Mail an dieMaus71@gmx.net (oder über das Kontaktformular) zuzusenden. Alle anderen: Bitte nicht traurig sein, ich hätte am liebsten jedem ein Buch zugesandt, aber das sprengt dann doch das Budget. Mit Sicherheit wird es auch zukünftig solche Aktionen geben!
Kommt gut in den Mai! 

Liebe Grüße
Deborah






Dienstag, 23. April 2013

Welttag des Buches 2013 - Diesmal schenken wir!

Heute ist es endlich soweit, der „Welttag des Buches“ ist da und damit die große Aktion (weitere Informationen dazu findet ihr, wenn ihr das Logo rechts anklickt):


Ich möchte hier auch noch einmal Dagmar Eckhardt und Christina Mettge danken für diese schöne Idee und die Arbeit, die sie investiert haben! 

Bei mir gibt es heute die zwei wundervollen Bücher zu gewinnen, die ich euch in den vergangenen zwei Tagen vorgestellt habe.


Was ihr dafür tun sollt? Ganz einfach: Für jedes der Bücher eine Frage beantworten. Ich werde mir alle eure Kommentare durchlesen und mir daraus die zwei schönsten, spannendsten, kreativsten...Beiträge heraussuchen.

Hier die Fragen:

Welches Buch hat einen festen Platz in eurem ganz persönlichen Buchland und warum?

Buch 2: Andreas Izquierdo – Das Glücksbüro (herzlichen Dank an Dumont!)
Könnt ihr euch an einen richtig tollen Glücksmoment erinnern?

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten. Ihr könnt natürlich für beide oder für eines der Bücher mitmachen, ganz wie ihr wollt.

Hier noch ein paar Informationen: Die Aktion läuft bis zum 29.04.2013. Bis 23.59 Uhr könnt ihr noch kommentieren. Die Gewinner werden am Folgetag bekannt gegeben. Im Anschluss bitte ich um Zusendung der Anschrift über mein Kontaktformular oder an dieMaus71@gmx.net. Adressen werden natürlich nicht weitergegeben und nach Versenden gelöscht. Teilnehmen kann jeder ab 18 (oder mit Einverständnis der Eltern), Versand innerhalb Deutschlands. Für Verlust der Bücher auf dem Versandweg übernehme ich keine Haftung und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Ich glaube, das war alles.

Dann mal ran die Tastatur! Ich wünsche euch viel Glück und viel Spaß!

Deborah

Ps: Wow!!! Ich bin überwältigt! Da geht es ja schon richtig rund! Kleine Ergänzung für neue Kommentare (die schon erhaltenen brauchen nicht geändert zu werden!): Bitte vermerkt vor euren Antworten am besten Buch1/Buch2 - und wenn ich nur einen Vornamen von euch habe noch den ersten Buchstaben des Nachnamens (bei manchen Namen könnte es sonst schwierig werden).  

Montag, 22. April 2013

Andreas Izquierdo – Das Glücksbüro


Und heute stelle ich euch das zweite Buch vor, das ich euch morgen schenken möchte. Der Dumont Buchverlag war so freundlich, ein Exemplar von „Das Glücksbüro“ für euch zur Verfügung zu stellen! Dafür meinen herzlichen Dank!


Zum Inhalt:

Albert Glück ist ein seltsamer Kauz. Er ist knapp über fünfzig, ein wenig trocken, penibel, und er arbeitet im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Formulare, Stempel, Dienstvorschriften sind seine Welt, in der er sich gut eingerichtet hat. Ganz wörtlich, denn Albert arbeitet nicht nur in dem Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt hat er im Keller einen kleinen Raum bezogen und verbringt zufrieden seine Tage im immer gleichen Rhythmus. Doch eines Tages wird Alberts sorgsam eingehaltene Ordnung durcheinandergebracht. Auf seinem Schreibtisch landet ein Antrag, den es eigentlich gar nicht geben dürfte, denn er beantragt nichts! Albert tut alles, um diesen unseligen Antrag loszuwerden, doch vergeblich: Immer wieder kehrt er auf seinen Schreibtisch zurück. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zum Antragsteller zu machen. So trifft Albert auf Anna Sugus, eine ziemlich wilde Künstlerin, die Alberts Welt ganz schön auf den Kopf stellt

Meine Bewertung:

Der Held des Buches, Albert Glück, ist grau, ordentlich und langweilig. Sein gesamtes Leben spielt sich im Amt für Verwaltungsangelegenheiten ab – und das schon seit über 30 Jahren. Unbemerkt von den anderen Beamten und seinen Vorgesetzten. Eine unfassbare Geschichte – auch eine Art Fantasy: Albert schafft sich seine ganz eigene Welt in seinem Amt. Er hat sich sein kleines Zimmer im Keller eingerichtet, in dem er jeden Abend seine Soap „Legenden der Leidenschaften“ schaut und seine ordentlich aufgereihten Schogetten vernascht. Außerdem spielt er seinen Kollegen kleine Streichen, wenn er nachts durchs Amt streicht und sich in der Kantine etwas zu essen gekocht hat. Er geht jeden Tag zur selben Zeit schlafen und steht zur selben Zeit auf, hat immer einen grauen Anzug und ein weißes Hemd parat. Jeden Tag bearbeitet er die Anträge, die auf seinem Tisch landen. Jeden Tag, bis es passiert: E45 landet auf seinem Tisch – ein Antrag, der nichts beantragt und Albert Glück zutiefst verunsichert. Ein Antrag, der jeden Tag wieder auf seinem Tisch liegt – egal ob er ihn am Tag zuvor abgelegt oder zerstört hat.

Von da an ändert sich Albert Glücks Leben rasant – insbesondere, als er von seinem Vorgesetzten Wehmeyer nach einiger Zeit dazu verdonnert wird, die Antragstellerin Anna Sugus aufzusuchen. Und so tritt Albert Glück ins richtige Leben, ein Leben jenseits der Mauern des Amtes, und trifft auf die chaotische Künstlerin Anna Sugus. Welten prallen aufeinander und ziehen sich an.

Alberts und Annas Geschichte ist eine besondere Liebesgeschichte, wunderschön und zart. Eine Geschichte der leisen Töne, die mir unheimlich gut gefallen hat. Anna macht Alberts Leben bunt – es ist Schluss mit dem Grau. Sein eigenes Glück teilt Albert mit anderen Menschen. Sehr zum Verdruss des Amtsleiters – denn schon bald ist das Glücksbüro in aller Munde und jeder hofft auf sein Stückchen vom Glück. Und bald fürchten Beamte und Politiker, dass die Menschen womöglich glücklich und zufrieden würden – ein Horror für die Wirtschaft des Landes.

„Das Glücksbüro“ erzählt davon, wie sich das Teilen eines kleinen Glücksmoments im Schneeball-System verbreitet und zu einer ganz großen Welle wird. Auf der Suche nach dem großen Glück übersehen wir oftmals kleine Stückchen vom Glück, die uns den Tag, die Woche, den Monat...versüßen. Vermutlich verpassen wir das ganz große Glück manchmal, weil wir blind oder mit Scheuklappen durch dir Gegend laufen und das Gute direkt vor unserer Nase gar nicht erkennen.

Ich bin froh, dass ich mich für dieses Buch als Geschenk für euch entschieden habe. Es ist unheimlich schön und vermittelt viel Lebensfreude. Das teile ich doch gerne mit euch!

„Das Glücksbüro“ bekommt von mir eine Lese-Empfehlung und einen dicken Daumen nach oben! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und viel Glück morgen bei der Blogger-Aktion! Und falls es nicht klappt: Ihr wisst ja, der Buchhändler eures Vertrauens ist gerne für euch da und freut sich auf euren Besuch. ;-)

Deborah

Dumont Buchverlag
272 Seiten, Paperback
Erstverkaufstag: 21.02.2013
ISBN 978-3-8321-6225-2


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Kleines Update: Vielleicht möchtet ihr ja mal im Glücksbüro vorbeischauen und ein kleines Glück beantragen oder bewilligen? Eine sehr schöne Internetseite! 

Sonntag, 21. April 2013

Markus Walthers erster Roman: "Buchland"

Phantásien für Erwachsene. Das Buchland braucht ein neues Buch!

Nun wird es aber höchste Zeit, den mit Sicherheit interessantesten Debüt-Roman des Jahres vorzustellen. Vielleicht habt ihr hier oder da schon dieses wunderbare Cover gesehen:


Zum Inhalt:

Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden!

Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht:
Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden „Eddie“ und „Wolfgang“? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet?
Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg.
Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren!



Meine Bewertung:

Ich war schon auf zwei Lesungen von Markus Walther und habe einige seiner Kurzgeschichten gelesen. Es fasziniert mich, wie er es schafft, in wenigen Sätzen eine komplette Geschichte zu erzählen. Um so mehr war ich gespannt auf „Buchland“.

Es ist schon einige Wochen her, dass ich „Buchland“ gelesen habe – ich gebe zu, es fällt mir schwer, es zu beschreiben. Nicht, weil es mir nicht gefallen hat. Nein! Mir fehlen die Worte, um „Buchland“ gerecht zu werden. Mit dieser Geschichte ist Markus Walther ein ganz außergewöhnliches Debüt gelungen, ein Buch, das sich von der Masse abhebt. Es ist kein Fantasyroman im üblichen Sinn, kein Vampirroman, keine Liebeschmonzette, kein Krimi...und doch ist es alles. Letztendlich geht es um Ideen, Geschichten, Bücher, großartige Werke und „Wortbrei“.

Markus Walther schafft in Herrn Planas Keller eine Welt aus Büchern – Büchern, die ihren ganz eigenen Kopf und Willen haben. Erfreulicherweise hat diese Welt keinen unaussprechlichen gaelisch anmutenden oder Phantasie-Namen sondern heißt schlicht und ergreifend „Buchland“. Danke dafür! So muss ich mir wenigstens nicht stundenlang überlegen, wie man den Namen richtig ausspricht und ob ich ihn mir länger als ein paar Sekunden merken kann.

In „Buchland“ ist so gut wie alles möglich, es erscheint endlos und sich ständig verändernd. Es gibt Räume wie „Die Kammer der ungeschriebenen Bücher“ oder „Die große Halle der entbehrlichen Bücher“. Ich würde mich auch nicht wundern, wenn Truhe und Rincewind plötzlich um eine Ecke gerannt kämen. Auch der Tod spielt eine wichtige Rolle – er wird zu Planas und Beas Gegner. Markus Walther hat hier eine Hommage an viele gute Schriftsteller und Autoren abgeliefert. Mir wurde peinlich bewusst, von wievielen ich noch nichts gelesen habe – außer vielleicht zwangsweise während der Schulzeit. Aber auch einige meine Lieblingsbücher finden hier eine Erwähnung, verbunden mit einer – nicht ganz unerheblichen – Kritik an den Büchern, die heute zuhauf auf den Markt geschmissen werden:

„Romantische Vampire“, schnaubte ich verächtlich. „Seit Anne Rice ihren Erfolg mit dem grandiosen Vampirinterview hatte, gibt es tragische Blutsauger biss zum Abwinken. Meistens sind es nur minderwertige Plagiate!..." (Seite 129).

„Die unendliche Geschichte“ bleibt natürlich ebenfalls nicht unerwähnt. Ich rätsele noch jetzt, wie Herr Planas Vorname lautet, oder hat er vielleicht mehrere? Ich könnte mir zum Beispiel Paul Pankratius Plana vorstellen...

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es dieser: Eine Hardcover-Sonderausgabe mit dem tollen Cover von Petra Rudolf und Markus Walthers Zeichnungen und Aquarellen (siehe Trailer oben). „Buchland“ ist ein Buch zum Wiederlesen und ins Regal neben Michael Ende und Terry Pratchett stellen. Ich würde es sofort kaufen, und ich denke, einige andere auch.

Von der Geschichte möchte ich euch nun nichts mehr verraten – lest sie selbst und lasst euch ein bisschen Zeit. „Buchland“ ist eine Geschichte zum Genießen, kein Fastfood. Nur noch ein kleines Zitat:

Am Anfang war das Wort. Am Ende steht ein Punkt. (Seite 230)

Wenn ich euch nun dieses wunderbare Buch etwas näher bringen konnte und ihr es unbedingt lesen wollt, habe ich noch eine gute Nachricht: Am Dienstag, dem 23.04.2013, könnt ihr es bei mir gewinnen! Ich werde es im Rahmen der Blogger-Aktion zum Welttag des Buches verschenken.

Und solltet ihr kein Glück haben, würde sich euer Buchhändler sicher freuen, wenn ihr es bei ihm bestellt. "Buchland" ist auch direkt beim Acabus Verlag bestellbar.

Ich persönlich freue mich schon riesig auf den nächsten Roman von Markus Walther. Und ihr merkt euch hoffentlich den 23.04.2013 vor!

Deborah

Markus Walther - Buchland
ISBN: 9783862821860

Seiten: 224

Sprache: deutsch

Auflage: 1, März 2013

Verlag: ACABUS Verlag

Samstag, 20. April 2013

Angeline Bauer – Gefährliche Liebe einer Hofnärrin (ebook)

Zeit für einen historischen Roman, der in Frankreich Ende des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts spielt. Endlich konnte ich "Gefährliche Liebe einer Hofnärrin" lesen (nachdem ich zuvor Schwierigkeiten mit meinem Reader hatte...)


Zum Inhalt:

Mathurine ist die Hofnärrin von König Heinrich III. Der König kann ihr vertrauen, denn Mathurine ist ihm treu ergeben – aber verschont ihn nicht. Sie hält ihm gnadenlos den Spiegel vors Gesicht und zeigt ihm die eigenen Unzulänglichkeiten. Als es dem König einmal zu bunt wird, lässt er sie mit dem jungen, adligen Nicolas D'Amerval de Picardie in eine Wäschekammer sperren. Sie werden vom Hofstaat vergessen und vertreiben sich drei Tage und Nächte die Zeit, bis dem König auffällt, dass seine Närrin nicht auffindbar ist. Das Ergebnis dieser Zeit lässt sich für Mathurine nur unter größten Schwierigkeiten verbergen. Sie ist schwanger. Mit Hilfe ihrer Familie und der Hebamme Hélène gelingt es ihr, ihre kleine Tochter Nicoline bei einem adligen Paar unterzubringen. Jahre später soll ihr Kind mit Nicolas verheiratet werden. Mathurine setzt alles daran, diese Heirat zwischen Vater und Tochter zu verhindern.

Meine Bewertung:

Ich habe lange keine historischen Romane mehr gelesen, mit Ausnahme der Reihen von Andrea Schacht. Umso interessanter war es, eine Geschichte zu lesen, die in Frankreich spielte, zu einer Zeit in der Kriege und Hunger das tägliche Leben bestimmten. Keine leichte Zeit.

Zunächst ist mir das Cover des ebooks ins Auge gestochen. Es wirkt sehr modern, die Farben sind toll. Und dann ist da diese völlig überschminkte Frau. Das Bild gefällt mir extrem gut – es hebt sich sehr von den üblichen Covern historischer Romane ab (die ich ehrlich gesagt auch bald nicht mehr sehen kann weil sie schlicht und ergreifend langweilig sind), auf denen ein Gemälde von einer Frau zu sehen ist.

Ich hatte vorher noch nie von Mathurine gehört und mir war nicht bekannt, dass es auch Hofnärrinnen gab. Umso überraschter war ich, von dieser mutigen, unerschrockenen Frau zu lesen, die den Königen (sie diente wohl insgesamt drei Königen: Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig VIII.) zur Seite stand und nicht nur der Belustigung diente – sie war viel mehr eine respektierte und geschätzte Beraterin, auf die die Könige nicht verzichten wollten. Nur sie konnte den König ungestraft auf seine Fehler aufmerksam machen und durfte ihn sogar duzen. Interessante Informationen zu den Hofnarren im Allgemeinen und zu Mathurine liefert Angeline Bauer am Ende des Buches gleich mit. Sehr schön fand ich auch, dass sich Frau Bauer die Freiheit genommen hat, ihrer Mathurine bekannte Zitate von Persönlichkeiten aus den verschiedensten Zeiten (unter anderem von Johann Wolfgang von Goethe, Ernest Hemingway, Peter Ustinov, Albert Einstein und Dieter Hildebrandt) in den Mund zu legen. Auch die ganze Zitatensammlung findet sich am Schluss – also unbedingt weiterlesen!

Nach nur wenigen Seiten hat mich die Geschichte über diese starke Frau schon gefesselt. Es war sehr spannend zu lesen, wie gut Mathurine ihren ersten König, Heinrich III. im Griff hatte, wenn er sich selbst überhaupt nicht mehr kontrollieren konnte. Angeblich litt er unter den Folgen einer vererbten Syphilis und hatte offensichtlich eine Art von Geisteskrankheit. Mehr als einmal rettet ihn Mathurine aus misslichen Lagen, denn sie hat eine gute Auffassungsgabe und ihre Umwelt immer im Blick. Gleichzeitig schafft sie es, ihre Familie, bestehend aus ihrer Tante und ihrem Onkel und einem Neffen, gut zu versorgen. Mathurine wird von ihrer Familie und von Freunden sehr geschätzt, so ist es nicht verwunderlich, dass sie ihr helfen, als sie selbst in einer Notsituation ist. Als Mathurine von Nicolas schwanger wird, ist klar, dass sie das Kind nicht behalten kann. Sie liebt Nicolas, doch sie weiß, dass ihre Liebe keine Chance hat. Denn er als Adliger kann sie als Närrin, die sich für ihren König hässlich macht, niemals zur Frau nehmen. Es ist ihr daher ein großes Anliegen, ihrer kleinen Nicoline ein gutes Heim zu finden. Dank der Hilfe von Hélène gelingt dies, als ein adliges Paar kurz nach Nicolines Geburt ebenfalls ein Kind bekommt, das jedoch keine Überlebenschance hat. Die Kinder werden kurzerhand vertauscht – wovon das Ehepaar natürlich nichts ahnen darf. Ein höchst gefährliches Unternehmen in Zeiten von Barrikaden und bürgerkriegsähnlichem Zustand.

Das Buch beginnt etwa 20 Jahre nach Nicolines Geburt, als Hélène Mathurine darüber informiert, dass ihre Tochter mit Nicolas verheiratet werden soll. In einer Rückblende erfährt man dann, was in den Jahren zuvor geschah. Einmal angefangen, wollte ich eigentlich nicht mehr aufhören zu lesen. Ich war unheimlich neugierig darauf, ob und wie Mathurine es schafft, diese Heirat zu verhindern. Selbstverständlich hat Mathurine einen phantastischen, riskanten Plan, der sie auch den Kopf kosten könnte...

Mein Fazit: Dafür, dass über Mathurines tatsächliches Privatleben so wenig bekannt ist, hat die Autorin eine tolle, glaubwürdige Geschichte rund um die sympathische Hofnärrin gesponnen. Ich persönlich bin begeistert davon und auch vom Schreibstil. Einen klitzekleinen Abzug gibt es von mir lediglich für die Sprünge in den Kapiteln, die manchmal etwas plötzlich kommen. Von mir gäbe es, wenn ich denn Sterne verteilen würde, 4,5 Sterne und eine dicke Lese-Empfehlung!


Die Autorin Angeline Bauer hat viele weitere Bücher, auch unter dem Pseudonym Friederike Costa, veröffentlicht. 

Ich bedanke mich herzlich beim Klarant Verlag für das Leseexemplar!

Deborah


ISBN: 9783943838800
ca. 250 Seiten

Samstag, 13. April 2013

Kristin Harmel – Solange am Himmel Sterne stehen


Endlich darf ich darüber schreiben, davon schwärmen ... Kurz gesagt, ich liebe dieses Buch. Daher komme ich dieses Mal nicht drumherum, über den Inhalt zu reden. Vielleicht solltet ihr es erst lesen, bevor ihr meine Bewertung lest, denn es gibt dicke, fette Spoiler! Von mir bekommt Kristin Harmel - Solange am Himmel Sterne stehen alle möglichen Sterne!


Der Inhalt aus meiner Sicht:

Wer sich die vor Beginn des ersten Kapitels vermerkten Zitate durchliest, bekommt schon eine kleine Ahnung davon, wovon dieses Buch handelt.

Hope wohnt nach der Trennung von ihrem Mann in dem Haus ihrer Kindheit und führt die Nordsternbäckerei in der allerlei wunderbare Backwaren wie Sterntörtchen, Nordstern-Vanilleküchlein, Cape-Cod-Kekse... (die Rezepte dazu gibt es passenderweise gleich im Buch) angeboten werden.

Hopes 12jährige Tochter Annie hilft zeitweise in der Bäckerei aus. Sie lebt abwechselnd bei Vater und Mutter und ist sehr zu Hopes Verdruss ziemlich bockig. Annie lässt Hope ständig spüren, dass sie versagt hat, sie wirft ihrer Mutter vor, an der Trennung Schuld zu sein, weil sie keine Gefühle zeigen kann. Das und die Tatsache, dass sie drauf und dran ist, die seit 60 Jahren bestehende Familienbäckerei zu verlieren, lastet schwer auf Hopes Schultern. Darüber hinaus kommt noch die Sorge um Großmutter Rose dazu. Zum Glück hat Hope einen guten Freund an ihrer Seite – Gavin hilft ihr stets im Notfall.

Rose ist seit längerem im Pflegeheim, sie hat Alzheimer. Sie beobachtet jeden Abend den Sternenhimmel, immer auf der Suche nach der Wahrheit. Es wird für Hope und Annie immer schwieriger, zu ihr durchzudringen. Oftmals erkennt sie weder ihre Enkeltochter noch ihre Urenkelin – was beide schmerzt, denn sie lieben ihre „Mamie“.

Am einem Abend Ende September ist jedoch alles anders, Rose hat noch einmal einen Tag, an dem sie sich an alles erinnert und ihre Verwandten erkennt. An diesem wichtigen Tag bittet sie Hope um einen großen Gefallen: Hope soll in Paris herausfinden, was mit den Menschen passierte, die Rose am meisten bedeuteten, ihre Familie. Sie gibt ihr eine Liste mit sieben Namen: Albert, Cécile, Hélène, Claude, Alain, David und Danielle Picard. Ihr Großvater war im Jahr 1949 noch einmal nach Paris gegangen, um etwas über die Familie Picard heraus zu finden, er teilte Rose mit, dass alle umgekommen waren. Doch Rose will nun genauer wissen, was passiert ist.

Für Hope ändert sich von diesem Moment alles, denn nach und nach findet sie heraus, mit welcher Last auf dem Gewissen ihre Großmutter all die Jahre lebte – und mit welcher Sehnsucht sie zu kämpfen hatte. Zunächst kann sie es nicht glauben, denn sie hatte keine Ahnung, dass ihre Großmutter jüdischer Abstammung war und ihre Familie im Holocaust verloren hat – und vermutlich auch die Liebe ihres Lebens. Hope erfüllt Roses Wunsch und fliegt nach Paris um Nachforschungen anzustellen. Was sie herausfindet, verändert ihr ganzes Leben – denn es gibt sie tatsächlich – diese eine Liebe, die alles überdauert.


Meine Bewertung (Achtung, Spoiler!):

Es ist schwierig, das Buch zu beschreiben, ohne etwas vom Inhalt Preis zu geben, daher lässt es sich nicht vermeiden, auf das eine oder andere Detail einzugehen.

Solange am Himmel Sterne stehen, werde ich dich lieben.“

Wer den Titel und diesen Satz liest, wird vermuten, dass es sich bei Kristin Harmels Geschichte um eine reine Liebesgeschichte handelt – doch das Buch ist so viel mehr als das. Die Geschichte von Rose, die von ihrer Enkeltochter Hope nachverfolgt wird, ist erschütternd und unfassbar traurig – jedoch auch mit einem Funken Hoffnung.

Das Buch ist so unglaublich schön erzählt, dass ich am liebsten an jeden zweiten Satz einen Merkzettel geklebt hätte (was – so wie das Buch im Moment aussieht – eigentlich auch der Fall ist...). Ehrlich, ich könnte stundenlang darüber reden. Ich hoffe, dass es bald einige gelesen haben und ich mich mit ihnen darüber unterhalten kann. „Solange am Himmel Sterne stehen“ hat mich sehr berührt. Es ist eine Geschichte, die für Millionen anderer Dramen, die sich in der Zeit des zweiten Weltkrieges abspielten, stehen kann. Sie wirkt glaubwürdig, gut recherchiert und unendlich gefühlvoll. Darüber hinaus wird auch Roses Alzheimer-Erkrankung sehr bildlich beschrieben.

Roses Gedankenwelt spielt sich immer mehr in der Vergangenheit ab. Sie hat große Angst vor dem Vergessen, was wohl jeder nachempfinden kann. Man kann regelrecht ihren Schmerz fühlen, weil sie sich nur Minuten nach dem Besuch ihrer Enkelin nicht mehr daran erinnern kann, ob jemand bei ihr war. Sie schafft es einfach nicht mehr, ihrer Erinnerungen festzuhalten und tappt oft im Dunkeln. Und in den wenigen klaren Momenten begreift sie, dass sie einen großen Fehler gemacht hat, in dem sie ihr früheres Leben verschwiegen hat und ihre Gefühle immer beherrschte.

Für Roses Tochter Josephine ist es zu spät, denn sie ist Jahre zuvor gestorben. Josephine hat ihrer Tochter Hope gegenüber genauso wenig Gefühle gezeigt, wie Rose ihrer Tochter. Daher macht sie sich Sorgen um Hope – wird sie den Kreis durchbrechen, wenn sie die Wahrheit kennt? Und wird sie Rose verzeihen?

Als Hope in Paris ist, hat sie mitten auf der Pont des Arts ein Déjà-vu-Gefühl. Sie erkennt die Umgebung aus den Märchen, die ihre Mamie erzählt hat und ihr wird klar, dass sie alle die Jahre keine Märchen sondern wahre Geschichten gehört hat. Geschichten über Jacob Levy, Roses große Liebe.

Eines Tages“, sagte der Prinz zu der Prinzessin, „werde ich dich über ein großes Meer zu einer Königin führen, deren Fackel die ganze Welt erhellt, sodass alle ihre Untertanen sicher und frei sind.“ (Seite 170)

Zum Glück hat einer von Roses Brüdern überlebt, der mittlerweile fast 80-jährige Alain. Alain erzählt Hope von Rose und Jacob und gemeinsam suchen sie die fehlenden Teile der Geschichte. Rose ist am Abend vor der großen Razzia von zu Hause abgehauen. Sie hatte versucht, ihren Vater zu warnen, doch er glaubte ihr kein Wort. Einzig Alain, der zum damaligen Zeitpunkt elf Jahre alt war, vertraute auf Jacobs Warnung und flüchtete ebenfalls. Gemeinsam mit Alain findet Hope erstaunliche, unglaubliche Antworten aber auch viele weitere Fragen. Und immer weißt ihr ein Stern den Weg – in diesem Fall ein Sterntörtchen. Sie erfahren, dass Rose von Muslimen gerettet wurde und finden sogar die Familie, die ihr Schutz geboten hat. Unglaublich, wie Christen, Muslime und Juden an einem Strick zogen um Leben zu retten!

Sehr schön fand ich, wie Monsieur Haddam und Alain Picard die Ähnlichkeiten ihrer Religionen feststellen:

Monsieur Haddam schüttelt den Kopf...Unsere Religion lehrt uns: „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“
Alain stößt einen seltsam erstickten Laut aus.“Im Talmud steht geschrieben: Wenn du ein Leben rettest, ist es, als hättest du die Welt gerettet,“ sagt er leise. (Seite 244)

Dieser Spruch dürfte vielleicht einigen bekannt vorkommen. Oskar Schindler erhielt als Dankeschön von den Menschen, die er gerettet hat, einen goldenen Ring aus Zahngold auf dem diese Worte eingraviert waren.

Nach allem, was Hope über Roses Leben in Paris und über Jacob Levy herausfindet, muss sie einfach auch die große Liebe ihrer Großmutter finden. Alain, der sie nach Amerika begleitet, hilft ihr dabei – außerdem will auch er seine große Schwester unbedingt wiedersehen. Die Zeit drängt, denn Rose ist schwer krank.

Letztendlich erkennt auch Hope, dass auch sie viel zu lange keine Gefühle zugelassen hat. Sie findet einen Weg, sich mit Annie zu versöhnen. Spätestens nachdem sie die ganze Geschichte von Rose, Jacob und ihrer Familie kennt, öffnet sie ihr Herz und entdeckt, dass es da jemanden gibt, der sie liebt – und den sie auch zurück liebt. Und mit viel Glück ist es eine solche Liebe, wie sie Rose für Jacob empfand – auch noch 70 Jahre nachdem sie sich das letzte Mal gesehen haben:

...“ Und dann, Annie, gibt es auch noch die Art Liebe, zu der wir alle die Chance haben, bei der aber nur wenige von uns weise genug sind, um sie zu erkennen, oder mutig genug , um sie beim Schopf zu packen. Das ist die Art Liebe, die ein ganzes Leben ändern kann.“ (Seite 274)

Ich kann eigentlich nur raten, Unmengen von Taschentüchern bereit zu halten, ihr werdet sie brauchen. Außerdem auch viel Zeit, wenn euch die Geschichte genauso fesselt wie mich. Die Geschichte beschäftigt mich sehr, seitdem ich sie gelesen habe, und ich weiß, dass es einige Orte gibt, die ich während meines nächsten Paris Besuchs (hoffentlich noch dieses Jahr!) auf jeden Fall besuchen werde. Hierzu zählen natürlich die Pont des Arts, die Freiheitsstatue im Jardin du Luxembourg und das Mémorial de la Shoah.

Für mich definitiv ein Highlight des Jahres 2013! Es fällt schwer, das Buch in wenigen Worten zu beschreiben. „Solange am Himmel Sterne stehen“ ist eine Liebeserklärung an das Leben, die Liebe und die Familie, eine Mahnung gegen das Vergessen – aber auch eine Erinnerung daran, dass unser Leben nicht ewig dauert und uns nur eine begrenzte Zeit zu Verfügung steht um Fehler zu korrigieren und unser Leben zu leben. Und letztendlich ein Appell, zu verstehen, dass wir alle an ein und den selben Gott glauben.

Nun noch kurz zu den äußeren Werten: Das Cover ist ein Traum! Die Farben, die Schrift, der leicht gewellte Karton, einfach perfekt – und auch nicht so anfällig für Gebrauchsspuren wie Hochglanzcover. Über die Geschichte verteilt gibt es auch die Rezepte zu den erwähnten Backwaren. Wobei es mir bei manchen Kapiteln etwas seltsam vorkommt, danach ein Backrezept vorzufinden. Ich persönlich hätte es besser gefunden, sie gesammelt an den Schluss zu stellen – wäre auch günstiger zum Finden und Ausprobieren. Ich würde gerne das eine oder andere davon backen. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an diesem wunderbaren Buch.

Ich bin sehr gespannt, wie ihr das Buch findet und würde mich freuen, wenn ihr mir etwas dazu schreibt. Meinen Dank, wenn ihr mein Geschreibsel bis zum Ende gelesen habt - war ja dieses Mal doch "etwas" ausführlicher als sonst. Entschuldigung, aber in diesem Fall konnte ich mich einfach nicht bremsen. 

Deborah

Freitag, 12. April 2013

52 pics of a year - Thema 23: Leuchtend schön

Das Thema "Leuchtend schön" sprang mich gerade an, als ich aus dem Fenster sah - was gibt es da Passenderes als einen Regenbogen?


Und wenn die Wettervorhersage stimmt, soll es dieses Wochenende auch viel Licht geben. Das große, gelbe Ding...ihr wisst schon, was ich meine...mir fällt gerade der Name nicht mehr ein...soll mal wieder am Himmel erscheinen!

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

Grüßle
Deborah

Sonntag, 7. April 2013

Jess Walter - Schöne Ruinen

Nicht uninteressant aber auch nicht wirklich mein Geschmack. "Schöne Ruinen" konnte mich leider nicht restlos überzeugen.




Zum Inhalt:

Ein heruntergekommenes Fischerdorf, das es nicht geschafft hat, zu den Orten der Cinque Terre als sechster aufgenommen zu werden. Die Menschen in Porto Vergogna (eines vom Autor erfundenen Ortes) sind mit Ausnahme des jungen Pasquale schon mittel- bis sehr alt. Die Geschichte beginnt 1962 mit der Ankunft der unbekannten amerikanischen Schauspielerin Dee Morray in Porto Vergogna. Pasquale, der eine Pension hat, glaubt zu träumen, als die Schauspielerin ausgerechnet in seinem bescheidenem Haus ein Zimmer nehmen möchte. Da Pasquale sowieso von Hollywood-Schönheiten an der Küste von Porto Vergogna träumt, gibt ihm ihr Erscheinen Hoffnung auf eine strahlende Zukunft des Fischerdorfes und seiner „Pension zur ausreichenden Aussicht“. Dee ist der Meinung, sie ist sterbenskrank – tatsächlich erwartet sie jedoch ein Kind. Und Pasquale sieht seine Aufgabe darin, ihren berühmten Geliebten darüber zu informieren. Es handelt sich um niemand geringeren als den ständig betrunkenen Richard Burton, der sich zu diesem Zeitpunkt schon in der on-off-Beziehung mit Elizabeth Taylor befindet. Dee Morray stört hierbei den Plan des ehrgeizigen PR-Mannes Michael Deane, sodass er bewusst das Treffen zwischen Dee und Richard verhindert hat. Und dann steht plötzlich Pasquale vor ihm und gefährdet Michaels Vorhaben – und Richard Burton hat auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Viele Jahre später, in der heutigen Zeit, bekommt Michael Deane, mittlerweile ein abgehalfterter kosmetisch entstellter Filmproduzent, Besuch von Pasquale, der auf der Suche nach Dee Morray ist. So werden er und auch einige andere Personen mit der Vergangenheit konfrontiert. Im Laufe der Geschichte, die ständig zwischen verschiedenen Handlungszeiten und -orten hin und her springt, erfährt man mehr über die Geschichte aller Protagonisten, von der Schauspielerin Dee Morray mit den großen Träumen, über Alfred Bender, einen im Leben gescheiterten Anti-Kriegshelden, bis hin zu Michael Deane und Pasquale. Jeder einzelne von ihnen hat seine eigene, tragische Lebensgeschichte – natürlich auch das Kind von Dee Morray.

Meine Bewertung:

Schöne Ruinen“ ist kein Buch zum eben mal durchlesen – denn kaum ist man in der Geschichte von einer Person richtig drin, kommt das nächste Kapitel und man befindet sich wieder in der Vergangenheit oder an einem anderen Ort mit einer anderen Person. Mir persönlich waren das eindeutig zu viele Sprünge, als dann auch noch Buchmanuskripte und Filmideen einflossen, war ich schon fast geneigt, abzubrechen. Man möge mir verzeihen, dass ich das Filmmanuskript nur überflogen habe, es hat mich nicht wirklich interessiert. Letztendlich habe ich das Buch aber doch zu Ende gelesen, denn ich war schon gespannt, ob Pasquale Dee wieder findet und was aus beiden wird. Auch die Geschichten der anderen sind interessant – auch wenn mir eigentlich nur Pasquale richtig sympathisch war. Pasquale hat viele Träume, er versucht sogar, einen Tennisplatz für die amerikanischen Stars, die sicher irgendwann zu seiner Pension kommen werden, in die Felsen zu schlagen. Außerdem baut er einen Mini-Strand. Dass seine Träume zum Scheitern verurteilt sind, erfährt er schon bald, und trotzdem bewahrt er sein freundliches Gemüt. Er erkennt, dass er einen großen Fehler gemacht hat und macht diesen wieder gut, und wird damit glücklich. Ganz im Gegensatz zu manch anderer Person in dieser Geschichte. Michael Deane erkennt seine Fehler, entschuldigt sich dafür auch und versucht, noch Kapital aus der Sache zu schlagen – er ist in dieser Geschichte die eindeutig unsympathischste Figur.

Über die Stars von früher weiß ich eher wenig, ob Richard Burton tatsächlich Alkoholiker war, ist mir daher nicht bekannt. Aber ansonsten sind seine Geschichte und die von Elizabeth Taylor wohl gut verarbeitet in dem Roman – soweit ich das in Wikipedia nachvollziehen konnte. Im Nachhinein fragt man sich schon, wieviel davon tatsächlich Liebe und wieviel PR-Arbeit war um die Filme zu vermarkten. Auch die Geschichte der Entstehung des bis 2009 teuersten Film aller Zeiten, wird sehr gut dargestellt. Es handelt sich hierbei um „Cleopatra“ - ein Filmprojekt, das von Anfang Schwierigkeiten machte und 20th Century Fox zunächst herbe Verluste verursachte.

Der Buchtitel „Schöne Ruinen“ bezieht sich wohl weniger auf das verfallende Fischerdorf – wie ich anfangs vermutete – als mehr auf die Personen, die teilweise dem Ruhm geopfert wurden und kein besonders glückliches Leben führten.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Das Bild auf dem Cover bringt man direkt mit der Cinque Terre in Verbindung, eine Steilküste mit bunten Häusern und dem Meer. Ich finde jedoch, dass es eine andere Geschichte verspricht. Ehrlich gesagt, hätte ich etwas mehr Liebesgeschichte hinter dem Cover und dem Klappentext vermutet.

Ich bin mehr als zwiegespalten, ob mir das Buch nun gefallen hat, oder nicht. Einerseits ja, denn die Geschichte ist stimmig erzählt, andererseits nein, weil mir die Sprache nicht wirklich gut gefällt, der Fluss durch die vielen Rückblenden gestört ist und mir die Personen nicht wirklich nahe gehen. Ich würde „Schöne Ruinen“ daher drei von fünf Sternen geben. Eines ist sicher: Es ist kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde.

Deborah

Manga – REM/Gail Carriger – Soulless 1

Das ist eine Premiere: Ich stelle euch zur Abwechslung eine Manga-Adaption eines Romans vor. "Soulless" hat mich wirklich begeistert.


Zum Inhalt:

Die Manga-Adaption der beliebten Romane von Gail Carriger! Aufruhr im viktorianischen London: Miss Alexia Tarabotti hat, nicht sehr ladylike, in Notwehr einen Vampir umgebracht und muss sich dafür nun verantworten - vor dem überaus attraktiven Werwolf Lord Maccon, seines Zeichens Chefermittler der Queen für übernatürliche Angelegenheiten. Im Nu schlittert Miss Alexia nicht nur in eine tödliche Intrige, sondern in akute Flirt-Gefahr... Wird Miss Alexia so das Britische Empire retten können?

Meine Bewertung:

Ich habe herzlich wenig Erfahrungen mit Mangas. Die einzigen, die ich bisher gelesen habe – und das ist Jahre her – waren die kompletten Sailor Moon Mangas. Ja, ich habe die komplette Erstauflage noch immer. :-)

Da mich der Inhalt und auch die Aufmachung von „Soulless“ sehr angesprochen haben, wollte ich mal wieder etwas Neues ausprobieren. Ich kann nur sagen: Ich wurde nicht enttäuscht. Die Romane von Gail Carriger kenne ich (bisher) noch nicht, aber die Geschichte, die REM (Priscilla Hamby, eine amerikanische Mangaka) zeichnerisch erzählt, hat mich wirklich mitgerissen. Das Päckchen mit „Soulless“ kam an und ich habe die Geschichte direkt verschlungen.

Miss Alexia Tarabotti, die mit ihren über 20 Jahren im viktorianischen London als unverheiratete Frau schon als „alte Jungfer“ zählt, hat ein ziemlich interessantes Leben und noch interessantere Freunde und Bekannte. Ihre Freundin mit dem wunderschönen Namen Ivy Hisselpenny und der Vampir Lord Akeldama zählen unter anderem zu diesem Kreis. Zwischen Miss Alexia und Lord Conall Maccon, seines Zeichens Anführer der Werwölfe, herrscht eine explosive und knisternde Beziehung. Schwierig wird es, als diese unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenhalten müssen im Kampf gegen finstere Mächte. Das Verschwinden von Werwölfen und Vampiren lässt ihnen keine andere Wahl und Miss Alexia als Paranormale steht zwischen allen – bewaffnet mit ihrer Gabe als Seelensaugerin und ihrem Sonnenschirm (eine eindrucksvolle und offensichtlich funktionierende Waffe).

„Soulless“ ist düster, spannend und sexy. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Das Cover ist sehr schön und hochwertig gestaltet. Es hat wenig gemein mit den Comic-Heftchen, die man sich im Allgemeinen unter einem Manga vorstellt. „Soulless“ ist ein richtiger Eyecatcher im Bücherregal und muss sich nicht hinter den Romanen verstecken.

Miss Alexia und ihr Werwolf Lord Maccon haben es mir angetan und ich werde die Geschichte auf jeden Fall weiterlesen. Damit ich mir ein genaueres Bild machen kann, wie gut die Umsetzung als Manga gelungen ist, habe ich mir auch schon die ersten vier Romane ins Regal gestellt. Ich bin gespannt darauf und hoffe, sie auch bald lesen zu können.

Mein Dankeschön geht an den Carlsen-Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar. Weitere Infos zu „Soulless“ findet ihr direkt auf der Verlagsseite

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Deborah

Gail Carriger/REM - Soulles, Band 1
Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-76383-9
Einband Hardcover matt mit Spotlack
230 Seiten

52 pics of a year - Thema 12: Motorisiert

Heute greife ich das erste und hoffentlich auch einzige Mal auf ein Archiv-Foto zurück. Zum Thema "motorisiert" kann ich mir kein besseres Bild vorstellen als eines, das ich in der Autostadt in Wolfsburg in der Vorweihnachtszeit 2010 aufgenommen habe. Das Foto zeigt den glänzend überarbeiteten 1.000.0000sten Käfer. Ich habe ihn schon zwei Mal gesehen und bin jedes Mal wieder ein bisschen verliebt - er glitzert einfach schön. Da wird mein Auge magisch angezogen - in meinem vorherigen Leben war ich bestimmt eine Elster...



Die Zeit in der Autostadt (2 Tage) war übrigens der erste Großeinsatz für meine damals neue Nikon D5000. Ich hatte sehr viel Spaß am Ausprobieren der neuen Möglichkeiten und habe hunderte Bilder gemacht. Wenn euch die anderen Fotos interessieren (viele Autos...), schaut einmal hier vorbei: Besuch Wolfsburg-Autostadt.

Schönen Sonntag wünsche ich euch!

Deborah

Freitag, 5. April 2013

Jana Voosen – Allein auf Wolke Sieben


Schön, endlich mal wieder ein Jana Voosen Buch...



Zum Inhalt:

Michael wartet vergeblich in der Kirche auf seine wunderschöne Braut. Lena bemerkt auf dem Weg zur Kirche, dass sie die Halskette ihrer geliebten Oma vergessen hat. Sie beschließt daraufhin kurzerhand, noch einmal nach Hause zu fahren – im bauschigen Hochzeitskleid und mit Brautschuhen...Es kommt zu einem Unfall, den Lena leider nicht überlebt und so zieht sie um in den Himmel, in ihre Wohnung unter der Adresse Milchstraße 7. Dort trifft sie auf Nachbar Thomas und ihre Oma Liesel, aber keiner kann sie so recht trösten. Und ihr neuer Job als Helfer (sie bringt die Seelen der Verstorbenen in den Himmel) ist auch nicht so wirklich ihr Ding. Lena beschwert sich über Jahre bei Gott über ihr Schicksal. Nach über 400 Briefen hat sie genug davon – und Gott offensichtlich auch, denn sie bekommt den Auftrag, ihren Verlobten Michael abzuholen. Ist sie nun am Ziel ihrer Träume?


Meine Bewertung:

Wieder mal ein Buch, das ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen habe. Es war so schön, wie die anderen Jana Voosen Bücher, die ich schon gelesen habe. Die Geschichte von Lena gefällt mir sehr gut – insbesondere, weil Lena sich nicht bei Michael bemerkbar machen kann – so sehr sie es auch versucht.

Lena lernt, mit ihrem neuen Leben umzugehen. Sie muss sich lediglich noch entscheiden, welcher himmlischen Arbeit sie nachgehen will, oder ob sie doch wieder zur Erde zurückkehren will – natürlich in einem anderen Körper mit einem anderen Leben. Auch ohne Michael. Die Beschreibung des Lebens im Himmel und auch von Gott ist sehr gelungen. Mir gefällt die Vorstellung, dass jeder seine eigene Wohnung hat, die er/sie sich täglich neu einrichten kann. Auch Kleidung wird einfach her gewünscht. Das einzig Dumme daran ist: Kein richtiger Körper, also auch kein Hunger, Durst und was am allerschlimmsten ist, keine Berührungen, keine körperliche Nähe wie Umarmungen oder Sex. Verständlich, dass Lena nicht ganz glücklich über den neuen Zustand ist. Aber, trotz allen himmlischen Regeln, bleibt auch den Himmelsbewohnern ihr freier Wille.

Das Happy End fällt dieses Mal etwas unerwartet aber dennoch auch schön aus. Es ist wieder einmal ein herrlich romantisches Buch, das ich gerne weiter empfehle! Gönnt euch doch auch mal einen Ausflug in den Himmel...

…und erfahrt wie ich, was ihr schon immer geahnt oder gehofft hattet. :-)

Gruß
Deborah


Andrea Russo – War ich gut, Schatz?


Diesen Monat sind bei der Verlags-SUB-Abbau-Challenge Heyne-Bücher an der Reihe. Da lege ich doch mal direkt los mit dem Buch mit dem süßen Schweinchen drauf...



Zum Inhalt:

Anna ist seit drei Jahren mit Daniel verheiratet, einem Traum von Mann. Dennoch plant sie, ihn zu verlassen – doch dann hat sie den Sex ihres Lebens mit ihm. Und das ausgerechnet noch, als das aktuelle Sportstudio im Fernsehen läuft. Und am nächsten Morgen gibt es auch noch Frühstück und Blumen. Anna zweifelt und ist sich alles andere als sicher. Ihre Freundinnen Sam und Katharina sind sich einig, dass Anna Daniel nicht verlassen wird. Eines Nachts sieht Anna Daniel jedoch draußen auf der Straße telefonierend – mitten in der Nacht. Eigentlich ging es ihm schlecht und er wollte nicht weg. Doch wo treibt er sich dann rum? Anna beschließt, Daniel dem ultimativen Test zu unterziehen um festzustellen, ob er als Ehemann taugt. Ob er wohl eifersüchtig wird auf einen vermeintlichen Verehrer?

Meine Bewertung:

Sehr süß, sexy und lustig. Annas Freundinnen Sam und Katharina sind toll, sie gehen mit Anna durch dick und dünn und unterstützen sie sogar noch bei ihrem durchgeknallten Ehemann-Test. Dass der selbige Test aus dem Ruder läuft und zu ganz unerwarteten (unerwünschten) Ergebnissen führt, ist natürlich klar. Die daraus resultierenden Verwicklungen sind aber mehr als amüsant und unterhaltsam.

Und als auch noch Nachbarins Pudel Helmut vorübergehend einzieht, wird es wirklich lustig. Insbesondere sein Kampf mit dem Staubsauger und die Auswirkungen für die Wohnung sind zum Schreien komisch.

Es ist das erste Buch, das ich von Andrea Russo gelesen habe. Hat mir sehr gefallen, so dass ich auch das andere („Gefühlsecht“) bald lesen werde – es steht schließlich auch schon seit längerem in meinem Regal. Anna ist teilweise einfach nur nur süß, sie liebt ihren Daniel wirklich, auch wenn sie es nicht weiß. Obwohl er alles andere als der perfekte Hausmann ist und immer noch studiert. Aber irgendwann erkennt sie trotz aller Zweifel natürlich seine Qualitäten – wenn auch erst kurz vor knapp.

„War ich gut, Schatz?“ ist mir natürlich durch das lustige Cover ins Auge gestochen. Ich weiß nicht mehr, ob ich es gekauft oder ertauscht habe, aber es hat sich jedenfalls gelohnt. Genau mein Ding – mehr davon!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Deborah