Sonntag, 29. Juni 2014

Feines Hörspiel in Rösrath: "Der Letzte beißt die Hunde"...

... oder die beschwipste Mimi in der Stadtbücherei. Ihr habt keine Ahnung, worum es geht? Kein Problem, ich kläre euch auf: Es geht um die vierte Lesung, die am Freitag, den 27. Juni stattfand. Markus Walther zum Zweiten - diesmal hatte er nicht Herrn Plana und Beatrice im Gepäck sondern Mimi, Helen, Norbert und Co. Er stellte uns seine tiefschwarze Krimi-Komödie "Der Letzte beißt die Hunde" vor.


Abgehetzt nach kleinem Abstecher nach Hause und nach einem langen Arbeitstag  kamen wir in Rösrath an. Leider hatten nicht so viele den Weg in die Stadtbücherei gefunden. Schade, denn sie haben wirklich etwas verpasst. Umso besser für uns, weil jeder alles hören und sehen konnte. :-) Das Ambiente war nicht so schön, wie bei der "Buchland"-Lesung, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Und so stellte uns Markus Walther seine neue Romanheldin Mimi vor, das Mordopfer in spe sozusagen.


Mimi, Jahrgang 1927 und vierfache glückliche Witwe, nennt ein ansehnliches Vermögen ihr eigen und besitzt eine große alte Villa, die auf begehrtem Grund steht. Als sie fast von einem Flügel (kein Klavier!) erschlagen wird, nimmt sie eigenmächtige die Ermittlungen auf und sucht ihren Mörder, denn sie ist fest davon überzeugt, dass das kein Unfall war. Ihre Enkelin Helen, der Butler Norbert und die Hausangestellte Lena unterstützen sie dabei tatkräftig. Mimi kennt so einige potentielle Verdächtige, jeder von ihnen hat ein Motiv... Und so lauschten wir den Anfängen der unterhaltsamen Geschichte, die Markus Walther auch mit verschiedenen Stimmen vortrug. Mimis Stimme war dabei sicher am anstrengendsten.


Es gab eine kurze Pause, in der Fragen gestellt wurden und ich mich ein bisschen in der Bücherei umsah. So viele Bücher, die ich noch nicht kenne... *seufz* In der zweiten Runde erlebten wir eine betrunkene Mimi, die für einige Lacher sorgte. Auch die Auftritte des Bürgermeisters, des fiesen Ferdi und von Tom, Helens Noch-Ehemann, wurden von Markus Walther toll vorgetragen. Hörspiel vom Feinsten, Lachtränen garantiert. Wir hatten Spaß satt - und der Autor offensichtlich auch. Er hätte uns ja noch mehr vorgelesen, aber er wollte nicht zu viel verraten. Was auch besser ist.


Eine Zuhörerin war begeistert von dem englisch angehauchten Humor und freute sich schon sehr darauf, das Buch weiterzulesen. Markus Walther hatte sowohl "Buchland" als auch "Der Letzte beißt die Hunde" dabei. So konnte sich jeder, der wollte, auch direkt ein signiertes Exemplar sichern und eines der schönen Lesezeichen mitnehmen.


Der zweite, super schöne Abend in dieser Woche. Quasi der krönende Abschluss meines Lesungsmonats Juni. Da unsere Mägen Geräusche von sich gaben, die locker der Vertonung von Mimis Hunde-Lieblingen Basker und Willi dienen konnten, ließen wir den Abend gemütlich in einem unserer Lieblingsrestaurants ausklingen, dem Bleifelder Hof.

So, und nun bin ich gespannt, welche Events uns noch in den kommenden Monaten erwarten. Für den Juli ist irgendwie noch gar nichts geplant mit Ausnahme eines Musical-Besuches (Dirty Dancing!!!). Also liebe Autoren: Ich hätte noch viel Zeit im Juli! Gibt es noch interessante Lesungen im Rhein-Sieg-Kreis? ;-)

Und nun, da ich das Ganze geschrieben habe, habe ich schon wieder diesen alten Bill Ramsey Song im Kopf: "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett..." Warum soll es auch nur mir so gehen?

Herzlichen Dank für die tolle Lesung, lieber Markus Walther!

Gruß
Deborah


Großes Kino in der Mayerschen Troisdorf!

Am Dienstag, den 24. Juni, machten wir uns schon wieder auf zu einer Lesung. Die dritte in diesem Monat. Eine Lesung, auf die wir sehr gespannt waren, denn im letzten Jahr war das eine grandiose Vorführung - eigentlich schon mehr Theater als Lesung. Und so freuten wir uns, Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki wiederzusehen, die uns ihren neuen Roman "Schlag zu und fühl dich wohl" vorstellten. Wieder ein etwas zweideutiger Titel, wie die Autorinnen erklären: Manchmal möchte man draufhauen, wenn einen etwas ärgert, oder aber man möchte zuschlagen, wenn es etwas leckeres zu Essen gibt. Beides kann dazu führen, dass man sich wohler fühlt...

Diesmal gibt es für euch weniger zu lesen und dafür mehr zu schauen. Da die Bilder fast alle etwas geworden sind, möchte ich sie euch und den lieben Autorinnen nicht vorenthalten.


Bei Ankunft in der Mayerschen gab es erst einmal einmal eine herzliche Begrüßung durch die Autorinnen und weitere Besucherinnen der Lesung. So langsam kennt man sich doch schon. Wir bewunderten den liebevoll aufgebauten Tisch mit den Büchern der beiden und einigen Requisiten, die uns auf einen unterhaltsamen Abend hoffen ließen. Kaffeekanne, Tassen, Gießkanne...?


Es kam die Idee auf, einen eigenen Flashmob zu machen: Fotos von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki erst mit einer Besucherin, dann mit zwei und so weiter...bis fast alle dabei standen. Das Ergebnis könnt ihr euch direkt auf ihrer Internetseite Schreibkatzen anschauen.


Nach dem Fotomarathon gab es ein Gläschen Sekt und dann ging es auch schon los. Wie erwartet, gaben sich Sylvia Filz und Sigrid nicht mit reinem Lesen ihres Buches zufrieden sondern führten uns wieder einige Szenen sehr lebendig vor. Zunächst lernten wir die Freundinnen Charlotte und Simona kennen, die sich beim gemeinsamen Frühstück über Simonas Begegnung mit einer alten, und nicht sehr freundlichen Bekannten, und über Charlottes Tochter Clea und deren neuste Eroberung Christian unterhalten.





Danach erfuhren wir etwas über das Eheleben von Charlotte und Carsten. Alles hatte so schön angefangen mit einer Liebesnacht, die lediglich von einem beißenden Geruch von draußen etwas gestört wurde. Am nächsten Tag zeigt sich, was der Auslöser für den Gestank war: Ein aufgrund von heißer Pfeifenasche abgebrannter Oleander führte zu einem handfesten Streit und einem durchnässten Ehemann. Ich sage nur Gießkanne - leider habe ich keine Fotos davon, wie Sigrid Konopatzki als der schluffige Ehemann begossen wurde... Solltet ihr in der Mayerschen Troisdorf im Bereich Literatur & Unterhaltung einige Bücher mit kleinen Wasserflecken finden, wisst ihr warum und könnt mitschmunzeln...




Bei der folgenden Szene ist Sylvia als Clea der etwas fülligen Simona bei der Suche nach einem passenden Kleid für einen Ball behilflich. Dafür wird im Internet recherchiert.




Charlotte und Simona machen sich auf den Weg zu ihrem Aquarell-Wochenende. Ein Wochenende ohne Männer und Haushalt, ein richtiges Frauenwochenende! Simona findet Cleas neuen Freund Christian, der sich mittlerweile bei Charlotte und Carsten durchfüttern lässt, obwohl er angeblich stinkreich ist, suspekt. Als das Gespann zufällig an der Allee vorbei kommt, in der Christians Eltern wohnen sollen, machen sie sich auf die Suche nach der Villa mit der Hausnummer 13. Bloß, diese gibt es gar nicht. Bei einem gemeinsamen Familienessen spricht Simona diesen Umstand nicht ganz sensibel an - woraufhin Clea beleidigt ist und sich in ihrem Zimmer verschanzt. Ihr langjähriger Freund Oliver, Simonas Sohn, kümmert sich um sie und bietet ihr ganz nebenbei an, ihrem neuen Freund mal auf den Zahn zu fühlen. Schließlich arbeitet er bei der Polizei. Sigrid schlüpfte nun also in Olivers Rolle, Sylvia übernahm wieder Clea...




Eine tolle Lesung, die unheimlich Spaß machte und uns viel Vorfreude auf das Buch! Im Anschluss durften natürlich auch Fragen gestellt werden. Und so erfuhren wir zum Beispiel, dass die Initialzündung für dieses Buch tatsächlich der brennende Oleander von Sylvia Filz war. Die Szene mit ihrem Mann konnte sie somit direkt für das Buch verwerten. Noch heute trauert sie ihrem Oleander nach, den sie liebevoll und in jahrelanger Arbeit großgezogen hatte. Sie hat nun mittlerweile viele Oleander, aber trotzdem...der eine fehlt.



Wie die Zusammenarbeit zwischen den funktioniert erklärten und die beiden ebenfalls bereitwillig: Man unterhält sich über Ideen, jede schreibt ihren Text in eigener Farbe, es wird zusammengefügt, wieder besprochen... und wenn man sich über einen Abschnitt einig ist, wird er schwarz. Natürlich ändert sich die Geschichte vom ursprünglichen Konzept bis zum tatsächlichen Roman noch einige Male. Am Ende kann keine von beiden den Roman mehr sehen - so oft haben sie ihn schon durchgelesen. Es wird Zeit für Abwechslung und danach macht man sich gemeinsam an die Ausarbeitung der Lesungen.



Nachdem wir so viel erfahren haben und eine wirklich tolle Zeit hatten, boten sich die Autorinnen an, ihre wunderschön eingepackten Bücher auch noch mit einer persönlichen Widmung auszustatten. Dazu gab es wieder die schönen, selbstgemachten Lesezeichen, schöne Schmetterlinge und Muscheln mit kleinen Glitzersteinen. Natürlich haben wir dieses Angebot gerne angenommen.



Und nun hoffen wir alle auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr in der Mayerschen Buchhandlung Troisdorf zum gemeinsamen Sekt Trinken, Lachen, Zuhören, Reden und Schwitzen. Vielleicht im nächsten Jahr mit Ventilatoren? :-)

Mein herzliches Dankeschön an Sylvia Filz, Sigrid Konopatzki und die freundlichen Mitarbeiter der Mayerschen Troisdorf für die gelungene Veranstaltung. Und ganz speziell den Autorinnen danke ich auch für eine Überraschung für euch, meine treuen Leser. Sobald ich auch den letzten Lesungsbericht fertig habe, erfahrt ihr mehr...

Nun erstmal einen schönen Sonntag!

Deborah

Samstag, 28. Juni 2014

Kaminzimmer-Lesung bei Coppenrath

Am 12. Juni bekam ich die erhoffte E-Mail. Ich gehörte diesmal tatsächlich zu den Glücklichen, die an der Kaminzimmer-Lesung in der Alten Feuerwache in Münster teilnehmen durften. Michael Römling stellte sein neues Buch "Seitenwechsel" vor - ein spannender Jugendroman, der zur Zeit des Mauerbaus in Berlin spielt. Grund genug für mich, direkt das Buch "Schattenspieler" anzufangen...

Am 21. Juni war es soweit, es ging zur zweiten Lesung des Monats. Ich war aufgeregt und freute mich wirklich sehr auf den Tag. Die Lesung bedeutete für mich doppeltes Glück, denn so kam ich endlich einmal nach Münster. Schade, dass das Wetter zunächst etwas zickig war und wir mit fiesem Nieselregen in Münster empfangen wurden.

Nichts desto Trotz sind wir von der Alten Feuerwache in die Stadt gelaufen und haben uns ein wenig umgesehen und fotografiert. Hier ein paar Eindrücke aus dieser schönen Stadt, die ich unbedingt noch einmal mit viiiel Zeit besuchen muss. Zum Vergrößern könnt ihr dieses Bild und auch die folgenden Bilder einfach anklicken.



Eines habe ich direkt gelernt: Vorsicht vor Radfahrern! Als Fußgänger lebt man in Münster wirklich gefährlich - die Radfahrer kommen gefühlt aus allen Ecken und Richtungen und plötzlich und vollkommen unerwartet. Nachdem wir in einer Bäckerei einen super leckeren Flammenkuchen vernascht hatten, ging es langsam wieder zurück zur Alten Feuerwache. Langsam stieg die Spannung.

Dort angekommen wurden wir herzlich begrüßt von der lieben Krystel Klinkert. Es gab ein Glas Sekt und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. In diesem alten Gebäude gibt es so viel zu schauen. Wahrscheinlich stand ich vor lauter Bewunderung öfters mit offenem Mund herum. Noch nie habe ich ein so vollkommen chaotisches, skurriles, wunderschönes und kreatives Firmengebäude gesehen. Ich habe mich direkt verliebt in die Alte Feuerwache. Angefangen mit dem wunderschönen Showroom von Coppenrath/Spiegelburg/Hölker Verlag über das Kaminzimmer bis hin zu der Einrichtung des früheren Schlauchhauses, den Büros und diesem unglaublichen großen Raum. Dazu aber später mehr. Hier schon mal ein paar Appetithäppchen aus dem Showroom.



Zunächst aber ging es in das Kaminzimmer. Hier erwartete uns bereits der Autor Michael Römling, der mit seiner kompletten Familie angereist war. Die derben Holztische waren natürlich passend gedeckt mit kunterbuntem gepunkteten Spiegelburg-Geschirr (Punkte...haben will!). Vor dem Kamin waren im Halbrund ebenfalls rot-weiß-gepunktete Stühle für die Zuhörer gerichtet. An der hinteren Wand befindet sich ein riesiger, alter Schrank. Warum habe ich davon eigentlich kein Foto? Wie viele Bücher da wohl reinpassen würden? An der vorderen Wand hängen alte Kupfer-Kochutensilien. Ein Teil der Wände ist gefliest mit kleinen weißen Fliesen mit einem schönen blauen Muster. Ihr seht schon, ich hätte mich noch stundenlang umschauen können. Doch erst einmal ging es ans Zuhören. 

Michael Römling gab uns zunächst einen kleinen Einstieg in seine neue Geschichte "Seitenwechsel". Passend zum 25. Jahrestag des Mauerfalls 1989 bettet er seinen Roman in die Geschehnisse des Jahres 1961 ein. Das Jahr, in dem Grenzen der DDR dicht gemacht wurden. Danach nahm er in dem alten Sessel vor dem Kamin Platz und las uns einige Kapitel aus dem Roman vor. Wir lernten die Freunde Bernhard und Georg und Jack und seinen Vorgesetzten Aragon kennen. Außerdem waren wir bei einem Verhör Bernhards durch die Stasi dabei. Dieser kleine Einblick in den Roman war schon sehr unterhaltsam und machte (zumindest mich) neugierig auf den Fortgang der Geschichte.



Der Autor hatte Recht: Ein paar der Anwesenden waren noch nicht mal vor dem Mauerfall auf der Welt, geschweige denn zu Zeiten, als es die DDR und den Kalten Krieg gab. Was soll ich sagen: Ich kannte beides - wenn auch nicht von Anfang an, bin ja schließlich auch erst Anfang der 70er Jahre geboren worden. Aber ich weiß zum Beispiel noch, wie unangenehm eine Anreise nach Berlin war. Im Anschluss an die Lesung gab es die Möglichkeit, dem Autor Fragen zu stellen. Es gab nicht viele, sodass wir uns direkt zur Besichtigung des Hauses aufmachen konnten. Worauf ich mich schon sehr freute - denn das Kaminzimmer war schon sehr verheißungsvoll.

Ich wurde nicht enttäuscht. Zunächst führte uns Frau Klinkert durch die Ausstellung der Produktvielfalt des Verlages. Alles war liebevoll zusammen- und ausgestellt (wie ihr auf dem Bild weiter oben seht). Danach kamen wir durch eine riesige Tür im Kaminzimmer in das Schlauchhaus, in dem früher wohl die Schläuche der Feuerwehr aufbewahrt wurden. Hier fielen zunächst viele alte Schaukelstühle auf (auch davon habe ich leider kein Bild). Über eine lilafarbene Treppe ging es fünf Etagen nach oben. Auf jeder offenen Etage fanden sich neue Einrichtungsgegenstände zum Staunen. Ganz oben zum Beispiel stand ein schönes, romantisches Bett und darunter lag ein Teppich mit dem Abbild von Mao Zedong. Auf einer Etage gab es hinter einem Paravent eine Toilette. Eine freistehende Badewanne aus Stein war ebenfalls vorhanden. Jede Menge Betten, seltsame Kunstwerke, verstaubte Jagdtrophäen (auf die ich hätte verzichten können) oder einfach Kitsch...Nichts passt zum anderen und gerade das macht es so interessant und einzigartig.

Vor den Büros erwartete uns ein alter Bekannter, der dieses Jahr seinen 20. feiert: Der Hase Felix. Nun ist er mittlerweile auch schon im passenden Alter, um Auto zu fahren. Wahnsinn, ich kann mich noch erinnern, dass ich meiner kleinen Schwester alle Felix Bücher mitsamt Briefen vorlesen musste. 



Absolutes Highlight ist eindeutig der große Raum, der offensichtlich als Büro und Besprechungsraum dient. Staunend drehten wir uns hier im Kreis, um alles auf uns wirken zu lassen: Ein hoher Raum mit einer riesigen Fensterfront, zwei riesige Bilder an den Seiten, vollgestopfte Regale, ein Schreibtisch mit einem toten Tier darunter, ein riesiger Teppich mit Landkarte, ein Kristall-Lüster, ein Stuhlkreis, der seinesgleichen sucht, und noch vieles mehr. Kurz und einfach: Wow! Der Mund stand schon wieder offen - diesmal bin ich mir ganz sicher. Herr Wolfgang Hölker, der Verlagsleiter, hat hier eine erstaunliche Sammlung aufgebaut. Ein bisschen kann man es verstehen, dass seine Frau Siggi Spiegelburg Angst hat, wenn er wieder einen Flohmarkt besucht. Denn wie wir gehört haben, frönt er überall seiner Sammelleidenschaft - auch das eigentliche Verlagsgebäude soll ähnlich aussehen. Ach, ich würde es zu gerne einmal besichtigen. 

Nach soviel Nahrung für Ohr und Auge gab es zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung Kaffee und Kuchen. So saßen wir noch eine Weile zusammen auf gepunkteten Kissen und aßen von gepunkteten Tellern leckeren Obstkuchen und unterhielten uns. Die Zeit raste dahin und ehe man es sich versah, war der Nachmittag auch schon zu Ende. Als krönenden Abschluss durfte sich noch jeder ein Leseexemplar von "Seitenwechsel" mitnehmen. Herr Römling bekam natürlich auch noch etwas Arbeit und durfte fleißig signieren. 

Es wurde Zeit, uns zu bedanken und zu verabschieden. Passend zum Thema des Buches gab uns Frau Klinkert noch kleine Carepakete mit auf den Weg. Diese wurden aber erst zu Hause ausgepackt. 


Eine Station war noch offen: Wir wollten unbedingt, wenn auch nur kurz, den Hafen ansehen. Also liefen wir eben hin, liegt ja gerade um die Ecke von der Feuerwache. Das Wetter hatte sich mittlerweile für blauen Himmel und Sonnenschein entschieden - sehr zur Freude der Schlachtenbummler, die sich so langsam schon fürs Fußballspiel "warm liefen". Schön war es am Hafen, auch den muss ich mir noch einmal anschauen, wenn wir wieder einmal in Münster sind. Damit ihr auch wisst, wie es dort aussieht, habe ich natürlich auch davon einige Bilder gemacht.



Weil auf der Autobahn viel los war, haben wir uns den Spaß gemacht, und sind über Land nach Hause gefahren. Dauerte zwar etwas länger, war aber auch interessanter. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Restaurant waren wir kurz nach 21 Uhr zu Hause. Passend zum Beginn des spannenden Fußball-Spiels Deutschland gegen Ghana. Trotz Müdigkeit - immerhin waren wir seit 8:20 Uhr unterwegs und hatten viel erlebt - haben wir das auch noch zu Ende geschaut.

So, und wer das jetzt alles gelesen hat, möchte sicher auch noch wissen, was in dem Carepaket drin war, oder etwa nicht??? Ich zeige es euch... 



Alles in allem war das für mich ein perfekter Tag: Viel gesehen, viel gehört, viel erlebt, viel gestaunt, viel geredet, viel gelacht und viele schöne Fotos gemacht (das erste Mal seit längerem). Quasi ein Erlebnis, das ich rundum genossen habe. Darum möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen, die das möglich machten, bedanken: Frau Klinkert und ihrer lieben Kollegin (ich weiß leider den Namen nicht, werde aber noch nachfragen), Herrn Römling, dem Coppenrath Verlag und natürlich meinem Schatz, der sich relativ schnell zu diesem Ausflug überreden ließ. :-)

Und euch danke ich fürs Durchhalten. Meinen großen Respekt an diejenigen, die meinen Roman wieder einmal bis zum Ende gelesen haben. 

Die nächsten zwei Lesungsberichte werden nicht ganz so lang - versprochen!

Gruß
Deborah

Ps: Die Bewertungen für "Schattenspieler" und "Seitenwechsel" gibt es dann demnächst. "Schattenspieler" hat mir schon mal sehr gut gefallen. "Seitenwechsel" lese ich gerade...

Donnerstag, 19. Juni 2014

Priska Lo Cascio - Das Herz des Sternenbringers

Langsam, ganz langsam taste ich mich wieder an ein Genre ran, das ich mit Ausnahme der Andrea Schacht Bücher längere Zeit vernachlässigt habe: Die historischen Romane. Und diesmal etwas ganz Besonderes, was ich noch nie gelesen habe - einen historischer Jugendroman:



Zum Inhalt:

England, im Jahr 1066. Harold Godwinson wird König von England. Alwynn freut sich auf die Heimkehr ihres Bruders Wigstan. Ihr Bruder hat sich den Housecarls des Königs angeschlossen und ist seit langer Zeit unterwegs im Namen des Königs. Alwynn leitet derweil die Geschicke auf dem elterlichen Gutshof. Nur sie und ihr Bruder sind von der Familie übrig geblieben. Ihre Eltern und zwei Geschwister starben durch das Fieber. Die junge Herrin wird unterstützt von Osgar, dem Stallmeister, Goderun, der resoluten Köchin und Cynric, dem Steward.

Als Wigstan heimkehrt, bringt er Strandgut mit: Einen jungen, schwer verletzten Normannen. Und mit ihm ein Zeichen am Himmel - ein geschweifter Stern, ein böses Omen. Was weder Wigstan noch seine Schwester ahnen: Girard oder auch Garred wurde von William, Herzog der Normandie, als Spion nach England geschickt, um nach einem geeigneten Landeplatz für seine Truppen zu suchen. Er erhebt seinerseits Anspruch auf die englische Krone. 

Unter Alwynns Fürsorge wird Garred gesund und macht sich auf dem Hof mehr als nützlich. Bald wird er von Bewohnern des Hofes geschätzt und freundlich aufgenommen, er freundet sich sogar mit Wigstan an. Alwynn und Garred kommen sich näher - doch sie ist bereits dem grausamen Turoc versprochen und wird auf Wunsch des Königs mit ihm verheiratet. Garred unternimmt alles, um Alwynn zu schützen, doch schon bald fordert Herzog William die Einhaltung seines Versprechens. Garred muss sich entscheiden. Wird er für Alwynns Liebe kämpfen oder wird er seine angelsächsischen Freunde verraten?

Meine Bewertung:

Eine mitreißende Lektüre, die Lust auf mehr macht! "Das Herz des Sternenbringers" geht wirklich zu Herzen und ist spannend bis zur letzten Seite.

Doch fangen wir diesmal bei den äußeren Werten an: Wahrscheinlich ist das schön gestaltete Cover der Tatsache zu verdanken, dass es sich um einen historischen Jugendroman handelt. Ich kann nur sagen: Traumhaft! Tolle, warme Farben, wunderschöner Einband - das vermisse ich bei den historischen Romanen für Erwachsene meistens. Ich kann ehrlich gesagt die typischen Cover für historische Romane aus dem Mittelalter einfach nicht mehr sehen. Sehr oft ist eine Frau in Gewandung vor passendem Hintergrund abgebildet. Diese Cover stechen einfach nicht ins Auge und sind schlicht und ergreifend langweilig. Umso mehr habe ich mich in diesen Einband verliebt. Die Inhaltsangabe war spannend, also musste ich es lesen.

Zurück zum viel wichtigeren, dem Inhalt. Was für eine mitreißende Liebesgeschichte in rauen, gefährlichen Zeiten! Alwynn kann ich mir bestens vorstellen, Garred beschreibt sie mit zwei Worten "Feuerhaar und Alabasterhaut". Feuerhaar, das er von Anfang an gerne berühren möchte. Sie ist aber die Herrin des Hofes und genau genommen seine Feindin. Doch sein Herz sagt ihm etwas anderes. Auch Alwynn verliebt sich in Garred. Als sie mit dem widerlichen Turoc verheiratet wird, bricht für sie und Garred eine Welt zusammen. Ihr Liebster muss mit ansehen, wie sie von ihrem Ehemann misshandelt wird. Trotz der großen Gefahr treffen sie sich weiterhin. 

Alwynn ist mutig, stark und lässt sich nie unterkriegen. Sie ist eine Frau, die um ihr Recht kämpft und Entscheidungen für einen ganzen Hof trifft, weil Wigstan mit dem König auf Feldzug ist. Sie führt und schützt ihre Untergebenen mit Verstand und Gefühl. Ihre Verzweiflung darüber, dass ihr Bruder sich immer mehr verändert, sie scheinbar nicht mehr respektiert und sich immer mehr vor ihr verschließt, ist buchstäblich greifbar. Er war bisher immer derjenige, dem sie vertraute und der sie verteidigte. Wigstan ist es auch, der sie zur Hochzeit mit seinem Freund aus Kindertagen drängt, denn er merkt nicht, wie kaltherzig dieser als Mann geworden ist.

Garred ist ein zerrissener und doch sehr stolzer junger Mann. Er weiß nicht recht, wo er eigentlich hingehört, halb Normanne halb Angelsachse steht er zwischen den Fronten. Ein festes Ziel hat er jedoch: Die Rache an seinem grausamen Onkel, der seiner Mutter und ihm alles nahm und ihn nach dem Tod der Mutter gnadenlos verfolgen ließ. Dass er auf Wertlyng als Fremder so freundlich aufgenommen wird, erstaunt ihn und bringt ihn in echte Gewissenskonflikte, insbesondere, als er seine Liebe zu Alwynn entdeckt und eingesteht. Zudem schwört er auch dem Wigstan, Wertlyng und natürlich Alwynn mit seinem Leben zu schützen, so lange er das selbst nicht kann. 

Es ist klar, dass damals mit harten Bandagen gekämpft und mit Frauen nicht zimperlich umgegangen wurde. Ich finde, Priska Lo Cascio bringt das Thema Gewalt in der Ehe und natürlich auch die Schlachtszenen recht behutsam und jugendtauglich zur Sprache. Natürlich gehören auch die Schlachten zu dieser Geschichte, aber sie sind auf keinen Fall zu ausführlich oder zu grausam beschrieben - ebenso wenig Alwynns Misshandlungen durch Turoc. Meines Erachtens ist es auch nicht notwendig, diese Grausamkeiten allzu ausführlich zu beschreiben. Ich denke, jeder kann erahnen, was damals geschah bei Kriegen mit Äxten, Pfeil und Bogen, Speeren und Schwertern.

Wie schön, dass ich heute doch meinen Feiertag zur Verfügung hatte, um das Buch zu Ende zu lesen. Ich habe einen gemütlichen Tag genossen und mich für Stunden auf meinem Sessel verbarrikadiert und gelesen und gelesen... ich musste einfach wissen, ob es ein gutes Ende für Alwynn und Garred gibt. Zum Glück hatte ich auch die Taschentücher in Griffnähe liegen, denn die waren wirklich notwendig. 

Auch für dieses Buch gibt es ein passendes Lied. Ich sage nur 1991 - Bryan Adams - "Everything I do, I do it for you"... Passt nicht nur zu Robin und Marian sondern auch zu Alwynn und Garred - sogar perfekt! Deshalb spukte es mir wohl zum Ende des Buches im Kopf rum.

Mein Fazit: Eine spannende Liebesgeschichte mit geschichtlichem Hintergrund. Es gibt jede Menge sympathische Protagonisten und auch einige wirklich fiese Gestalten. Das Ganze wird im Wechsel aus der Sicht Alwynns und der Sicht Garreds erzählt, was die Geschichte noch lebendiger macht. Der Schreibstil von Priska Lo Cascio macht "Das Herz des Sternenbringers" zu einem wahren Lesevergnügen. Wer historische Romane mit Liebe, Eifersucht, Kampf und Intrigen mag, ist hier genau richtig - auch als Erwachsener. 

Weitere Informationen zum Buch, zur Autorin und eine Leseprobe findet ihr auf der Internetseite von Thienemann Esslinger.  

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und bedanke mich herzlich bei Priska Lo Cascio und dem Thienemann Verlag für das wunderschöne Buch, das nun in meinem Regal eine Heimat findet. 

Deborah

Ps: Was ich vergaß: Kurze Zusammenfassungen über die Ereignisse rund um die Schlacht von Hastings finden sich natürlich auch über diverse Suchmaschinen und wiki. Nach dem Lesen historischer Romane schaue ich mir gerne die geschichtlichen Hintergründe an. Eigentlich ist das ganz spannend...sollte ich öfter tun. 

Dienstag, 17. Juni 2014

Tessa Hennig - Mama mag keine Spaghetti

Vor kurzem hatte ich Glück bei der Verlosung von Tessa Hennig und habe ihren neuen Roman gewonnen. Da ich die Leseprobe schon verschlungen hatte, freute ich mich doch sehr auf Hanna und ihre Familie...



Zum Inhalt:

Hanna macht sich schweren Herzens auf den Weg nach Massa Marittima, wo ihre Tochter Julia Lorenzo heiraten will. Ausgerechnet einen Italiener! Kurz vor der Reise erfährt sie von ihrer Tochter auch noch, dass Michael, ihr Noch-Ehemann, seine neue und viel jüngere Flamme Katrin mitbringt zur Hochzeit. Auch das trägt nicht unbedingt zu einer Hochstimmung bei. Angekommen in dem Ort kommt sie bei den zukünftigen Schwiegereltern von Julia unter: Gina und Antonio. Im Hochzeitsstress geht es bald drunter und drüber und Julia beginnt bald an der Ehe zu zweifeln. Kein Wunder: Die eigenen Eltern bekriegen sich, die Schwiegermutter in spe schmeißt ihren Mann raus und plötzlich ist da noch diese italienische Sexbombe, die offensichtlich schon länger Lorenzos Bekanntschaft gemacht hat. Ob es doch Unglück bringt, dass Julia nichts "Geschenktes" bei sich trägt und deswegen auch noch geflunkert hat?

Meine Bewertung:

Ein waschechter Tessa Hennig Roman, den ich von der ersten bis zur letzten Minute genossen habe. Eine wunderschöne Familien-Liebes-Geschichte, die richtig Lust macht auf einen Urlaub in der Toskana.

Hanna kann man sehr gut verstehen: Die Tochter ist aus dem Haus, baut sich ein eigenes Leben auf und will ausgerechnet in Italien heiraten - und dazu noch einen Italiener. Hanna mag keine Italiener. Dazu kommt natürlich, dass ihr Noch-Ehemann offensichtlich gerade in der Midlife-Crisis steckt und Hanna kurz vor der Silberhochzeit völlig überraschend verlassen hat. Ade Traum vom gemeinsamen Urlaub, ade altes Leben. Michael lebt ein ganz neues, sportlich, gesundes Leben an der Seite von Katrin. Die Aussicht darauf, Katrin ausgerechnet auf der Hochzeit ihrer Tochter kennenzulernen, macht Hanna das Ganze nicht leichter, zumal die Neue eigentlich ganz nett ist.

Von Lorenzos Eltern wird Hanna herzlich empfangen, obwohl sie sich so gar nicht wohl fühlt. Als es auch bei dem scheinbar perfekten Paar, das wunderbar harmoniert, richtig knallt, erkennt Hanna, dass es anderen ganz genauso wie ihr ergeht. Ihre Zeit in Italien bringt sie zum Nachdenken über ihre Vergangenheit. Es wird Zeit, alte Geschichten abzuschließen und ganz neu anzufangen. Sie erst Anfang 50 und hat noch massig Zeit, ihr Leben zu genießen. Unterstützung bekommt sie dabei von Franco - noch ein Italiener und Ginas äußerst charmanter Bruder. Als die beiden sich näher kommen, findet das Michael auf einmal gar nicht so gut. 

Die Geschichte entwickelt sich zu einem wunderbaren Liebesreigen. Eine tolle, lustige und sehr unterhaltsame italienisch-deutsche Lovestory mit ganz viel Dolce Vita. Spontan musste ich an ein gaaaanz steinaltes, aber irgendwie schönes Lied von Dean Martin denken: That's Amore! Irgendwie passt es zu diesem Roman, der so viel Herz und Charme hat.

"Mama mag keine Spaghetti" ist eine tolle Sommer-Ferien-Urlaubs-Lektüre - auch für alle Daheimgebliebenen. Tessa Hennig beschreibt die italienischen Orte so wundervoll, dass man sich auch nach Italien träumen kann. Ich habe ja schon Lust bekommen, noch einmal Florenz und Venedig zu besuchen. Lang, lang ist's her...

Um es kurz zu machen: Von mir gibt es einen dicken Daumen nach oben und eine Leseempfehlung. Und ich fange schon mal an, mich auf weitere Bücher von Tessa Hennig zu freuen. Bisher gefielen mir einfach alle, die ich gelesen habe, richtig gut. Egal, ob sie in Italien, Spanien oder Frankreich spielten. Ich bin gespannt, wohin uns die Autorin in Zukunft noch entführt. 

Mein einziger Kritikpunkt (wie schon häufiger): Das Cover. Ja, es passt zu Teilen der Story, und ja, es ist auch ganz nett. Aber wer bitte soll die alte Dame sein? Doch wohl kaum Hanna, die eine neue, heiße Eroberung macht. Auf den ersten Blick hätte ich auch vermutet, dass es ein Buch von Auerbach & Keller aus der Pippa Bolle-Reihe ist - was wohl daran liegt, dass es ebenfalls von Gerhard Glück gestaltet wurde.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Tessa Hennig und dem List Verlag für die Verlosung des Buches!

Euch wünsche ich einen schönen Abend.

Deborah 







Sonntag, 15. Juni 2014

Wieder einmal ein Besuch im "Buchland"...

Der Juni ist mein Lesungs-Monat 2014 - mit insgesamt vier Events, auf die ich mich richtig freue oder schon gefreut habe. Gestern hatten wir einen tollen Start ins Wochenende: Die fantastische Buchland-Fackellesung mit Markus Walther sollte im Hof der Lohmarer Stadtbibliothek stattfinden. 




Sollte? Ja, sie fand natürlich statt. Aber aus Hof und Fackellesung wurde wegen des Lärms vom Stadtfest leider nichts - der "Rest" war trotzdem toll! Wenn man es genau nimmt, war das Ambiente zwischen den Bücherregalen der Bibliothek sogar sehr passend. Der wunderbare Weißwein und die musikalische Untermalung durch eine junge Gitarristin (deren Name mir leider entfallen ist...) taten ihr Übriges für eine schöne Stimmung. Publikum war zahlreich vorhanden. Nach der Vorstellung durch Frau Trapp von der Lohmarer LesArt legte Markus Walther los und entführte uns direkt Herrn Planas Antiquariat und das Buchland. 



Vom Lampenfieber ließ er uns nichts merken, und die gewählten Textstellen waren wirklich gut. Sie gaben erste Einblicke in die Geschichte, ohne aber gleich zu viel zu verraten. Alle lauschten aufmerksam Beas Vorstellungsgespräch, ihrer Begegnung mit Edgar Alan Poe und ihren ersten Ausflügen ins Buchland, ihren Zweifeln und ihrem Besuch bei Kalliope. 



Nachdem wir schon einiges gehört hatten, gab es eine Pause, in der wir uns unterhielten, noch ein Glas Wein tranken und entspannt durch die Buchregale und den schönen Innenhof schlenderten. Während der ganzen Pause spielte die Gitarristin - einfach eine wunderbar entspannte Atmosphäre. Und ich konnte so das eine oder andere Wunschbuch von mir in den Regalen stehen sehen. 

Nach der Pause war unser Herr Buchautor eindeutig auch zu Späßen aufgelegt... 

Beim Träumen erwischt


Eine der Besucherinnen hatte Geburtstag. Zum Geburtstag gibt es natürlich Geschenke. Von Frau Trapp gab es einen hübschen Blumenstrauß. Markus Walther sah vom Singen ab und stiftete eine seiner fiesen aber unheimlich guten Kurzgeschichten. Und nun wissen wir alle, was mit der Frau in der Torte passierte. Brrr...

Es ging natürlich auch noch mit "Buchland" weiter. Eine weitere Stunde hörten wir zu und genossen unsere phantastische Reise in die Tiefen von Herrn Planas Keller. 

Ein bisschen Stimmung in wohl dosierter Form gab es schließlich auch noch drinnen mit ein paar Lichttüten, die schöne Lichtakzente setzten.


Am Schluss der Lesung gab es verdienten Applaus und ein Dankeschön von Frau Trapp und der Dame von der Bücherei. Die Einnahmen für die Lesung wurden gestiftet.



Natürlich gab es auch die Möglichkeit, sich noch ein Exemplar von "Buchland", "Espresso Prosa", "Kleine Scheißhausgeschichten" oder der Neu-Auflage "Gute und böse Nachtgeschichten" zu kaufen und sich signieren zu lassen. Ganz ohne Buch bin ich natürlich auch nicht nach Hause gegangen... 

Wir haben uns noch eine Weile unterhalten und sind dann noch etwas auf das Stadtfest gegangen. Eine schöne Verbindung: Liebe Freunde treffen, lecker Essen gehen, Kultur genießen und Spaß haben. Perfekt! Besser kann ein Freitag, der 13. gar nicht enden, oder? Meinen herzlichen Dank an Markus Walther, die Gitarristin, Frau Trapp und die Stadtbücherei Lohmar!

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch!

Deborah

Ps: Die nächste Lesung, die ich besuchen werde, ist schon am kommenden Samstag in Münster: Die Kaminzimmer-Lesung mit Michael Römling bei Coppenrath in der alten Feuerwache. Ich freu mich drauf!

Montag, 9. Juni 2014

Marie-Sabine Roger - Das Leben ist ein listiger Kater

Ein absolutes Wunschbuch hat den Weg in mein Regal und mein Herz gefunden...



Inhalt:

Jean-Pierre Fabre wacht ziemlich übel zugerichtet im Krankenhaus auf - und er hat keine Ahnung, was ihm passiert ist. Von den Ärzten und der Polizei erfährt er, dass er am frühen Morgen in die Seine gefallen ist und von einem jungen Prostituierten gerettet wurde. Der brummelige Einzelgänger ist nicht besonders glücklich darüber, dass er nun für Wochen auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Vor allen Dingen, weil niemand seine Privatsphäre achtet und ständig die Tür offen ist. So kommen auch ständig Leute in sein Zimmer, obwohl er das gar nicht will. Doch der freundliche Polizist Maxime, sein Lebensretter Camille und die nervige junge Göre Maëva lassen sich nicht abhalten. Und irgendwie ist das dann doch auch gar nicht so übel...

Meine Bewertung:

Ein neues Schmuckstück aus Marie-Sabine Rogers Feder, das mal wieder direkt auf der Favoriten-Liste für 2014 landet. Es ist einfach wunderschön und - wie bereits "Das Labyrinth der Wörter" gespickt mit kleinen und großen Lebensweisheiten. Ich habe versucht, mir die schönsten Textstellen abzuschreiben und zu merken - aber es sind einfach zu viele. Genau das ist es, was mir an Marie-Sabine Rogers Schreibstil so gefällt. Ich liebe ihre positive Einstellung zum Leben. 

Jean-Pierre hat es wirklich heftig erwischt, er muss sehr lange im Krankenhaus bleiben. Seine einzigen Kontakte sind Ärzte, Schwestern, Besucher und Menschen, die sich einfach so in sein Leben schleichen. Da natürlich nicht rund um die Uhr Menschen bei ihm sind, hat er auch viel Zeit nachzudenken über sein bisheriges Leben und seine Zukunft. Jean-Pierre wird schmerzlich bewusst, dass ihm nicht mehr endlos Zeit bleibt - und dass ihm das Alter nicht gerade freundlich gesinnt ist. Am besten erklärt er es an dieser Stelle mit seinen eigenen Worten:

"Unvorhergesehene Etappe der Einhandüberfahrt meines Lebens: Wegen einer Havarie liege ich im Trockendock eines Krankenhausbettes – Becken entzwei und Bein zersplittert – und habe so Zeit, Rumpf und Segel zu überprüfen und die Strecke zu ermessen, die mir vor dem letzten Hafen noch zurückzulegen bleibt." (Zitat Seite 84)

Noch sehr häufig finden sich im Buch Hinweise, wie sehr er mit seinem Schicksal hadert - obwohl sich sein Leben genau mit diesem Krankenhausaufenthalt zum Positiven wendet, was er natürlich am Anfang nicht erkennen kann. Wie oft wünscht er sich, dass einfach mal jemand die Tür zu seinem Zimmer schließt - aber sie wird immer offen gelassen oder gar wieder auf gestoßen. Auch das sehr sinnbildlich, denn alle anderen schließen ihn nicht vom Leben aus - das versucht lediglich Jean-Pierre. 

Und so treten die unterschiedlichsten Charaktere in oder wieder in sein Leben. Zu seinem alten Freund Serge hat er die ganze Zeit per E-Mail Kontakt und tauscht sich über die Vergangenheit und die Gegenwart mit ihm aus. Serge gibt Jean-Pierre den einen oder anderen virtuellen Tritt in den Hintern, der ihm durchaus hilft, nicht nur an der Vergangenheit zu kleben.

"Manchmal verdrücke ich ein Tränchen.
Das ist die Inkontinenz der Erinnerung, das Bettnässen der Gefühle."(Zitat Seite 73)

Manchmal ist es Jean-Pierre nicht möglich, sich online mit seinem Freund zu unterhalten, denn dann hat die "Rotzgöre" Maëva wieder einmal seinen Laptop in Beschlag genommen, um bei Facebook zu posten. Maëva ist ihm anfangs wirklich sehr unsympathisch, sie ist vorlaut, sehr jung, ungepflegt und unwahrscheinlich dick. Er weiß zunächst einfach nichts mit ihr anzufangen.

"Ich verhalte mich ihr gegenüber so kühl und distanziert wie möglich, und ich glaube nicht zu prahlen, wenn ich sage, dass meine Möglichkeiten in diesen Bereich fast unbegrenzt sind.
Aber die ägyptische Plage macht sich nichts daraus.
Schlimmer noch, ich glaube, sie mag mich." (Zitat Seite 145)

Umsorgt wird Jean-Pierre unter anderem von der herzlichen und offensichtlich attraktiven Myriam, die den alten Nörgler gerne mag und ihn auch gar nicht als solchen empfindet. Vor allen Dingen ist er bei ihr ein richtiger Charmeur, der sie immer zum Lächeln bringt, wenn er sie anspricht als "dunkle Schönheit, junge Göttin, Augenweide, Salz meines Lebens, Venus des Südens..." Myriam nimmt sich wenigstens die Zeit für ein kleines Schwätzchen in der sonst sterilen Krankenhauswelt. 

Es gibt aber auch Besucher von draußen: Zuerst bekommt Jean-Pierre Besuch von Maxime, dem Polizisten, der den Fall untersucht. Obwohl es eigentlich nichts zu ermitteln gibt, besucht er den alten Herrn häufiger. Auch der junge Camille, der seinen Lebensunterhalt als Prostituierter verdient, wagt sich tatsächlich in die Höhle des Löwen. Er hat Jean-Pierre das Leben gerettet, aber so richtig dankbar ist der dem Jungen zunächst nicht. Ganz im Gegenteil ist er sogar richtig gemein zu Camille, den er damit zunächst tief verletzt. 

So nach und nach werden die Besucher unbewusst zu Freunden, Menschen, die für Jean-Pierre da sind - obwohl er das gar nicht wollte. Der Griesgram öffnet sich wieder dem Leben - die offene Tür stört ihn irgendwann gar nicht mehr so wirklich. Jean-Pierre ist auf einmal Freund, Vater, Großvater und noch vieles mehr. Er versteht, dass das Alleinsein ihn nicht weiter bringt, sondern ihm im Gegenteil seine verbliebene Zeit unnötig erschwert, daher lässt er all diese Menschen in sein Herz. Offensichtlich hatte Jean-Pierre gar nicht so unrecht mit seiner Vermutung:

"Uropa war einfach ein Griesgram, ein alter Nörgler. Ich muss wohl seine Gene geerbt haben.
Ich bin genau wie er, mein Herz leidet an Verstopfung." (Zitat Seite 144)

Verstopfung ja, aber es ist noch am rechten Fleck und benötigt nur etwas Aufmerksamkeit, um wieder aufzublühen und sich zu befreien. Ein alter Lumpensack ist schuld daran, dass Jean-Pierres Leben eine vollkommen neue Wendung nimmt - er beginnt es wieder zu leben.

Ihr seht schon, es ist wieder einmal ein Buch, über das ich endlos Palavern könnte. Aber eigentlich sollt ihr es ja selbst lesen. Wenn ich ganz ehrlich bin, vermute ich mal, dass es ganz junge Leserinnen und Leser vielleicht nicht so ansprechen wird. Einfach weil man sich in jungen Jahren über das Alter noch keine Gedanken macht - und das ist auch gut so! Wir alle sollten unser Leben leben, so lange es eben geht. Die guten Jahre sind viel zu schnell vorbei, unbemerkt galoppieren sie uns leider davon. Ja, mit Ü40 fängt man an, sich seine Gedanken zu machen...

Wenn ich Marie-Sabine Roger richtig verstanden habe, möchte sie uns zeigen, dass wir nie aufhören sollen, uns mit anderen Menschen zu beschäftigen. Ja, wir werden täglich älter - aber das ist noch nicht das Ende. Es geht auch um verlorene Zeit für unnötiges Warten auf ein besseres Leben, wie es Jean-Pierre getan hat. 

"Das Leben ist ein skrupelloser Betrüger: Wenn man nicht aufpasst, rupft es einen wie eine Gans und lässt einen mit leeren Taschen wieder laufen, wie ein Spieler, der ruiniert aus dem Casino kommt.“ (Zitat Seite 148)

Wie jedoch am Ende klar wird: Das Leben ist wirklich ein listiger Kater, denn es stellt uns tagtäglich vor neue Herausforderungen. Und ab irgendeinem Zeitpunkt müssen wir uns wahrscheinlich auch alle eingestehen, dass wir wieder auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Es bringt uns nichts, stehen zu bleiben, denn die Welt dreht sich weiter. Vergangenes bleibt vergangen, es bringt also nichts, nur in der Vergangenheit zu leben. Das Heute zählt - wir sollten nie vergessen: Heute ist morgen schon gestern. Sollte heute also mal wieder etwas schief gehen, ist morgen doch eh egal. 

Dazu habe ich auch ein schönes Zitat von Master Oogway aus Kung Fu Panda (nicht lachen, es passt jetzt einfach hier rein). Auf Deutsch ist es zwar auch ganz nett, aber lange nicht so gut wie das englische Original:

Yesterday is history, tomorrow is a mistery, but today is a gift, that is why it's called a present.“

Ich denke, ich werde "Das Leben ist ein listiger Kater" in einigen Jahren noch einmal lesen, um zu sehen, welche Geheimnisse es mir dann offenbaren wird.

Nun habe ich euch genug zugetextet an diesem wunderschönen Pfingstmontag. Macht euch noch einen schönen Tag, genießt ist freie Zeit!

Ich bedanke mich herzlich beim Atlantik Verlag für das wunderschöne Rezensionsexemplar, das nun mein Regal zieren wird, das Vertrauen und die unendliche Geduld!

Liebe Grüße

Deborah












Sonntag, 8. Juni 2014

Sagte ich es schon einmal: Ich liebe schöne Post! :o)

Neben der Post, auf die man gerne verzichten würde, gibt es auch gute Post. Ich meine damit zum Beispiel heiß ersehnte Buchpost, Gewinnerpost und liebe Überraschungspost - und davon habe ich in den letzten Wochen einige bekommen. Zeit, mal wieder ein dickes DANKESCHÖN in die Welt zu schicken! Bloß, wo fange ich an? Habt ihr ein bisschen Zeit? Ich hoffe, nichts zu vergessen... 

Erinnert ihr euch an den 23.04.2014? Ja, das war wieder mal ein tolles Event - die Aktion "Blogger schenken Lesefreude". Bei mir gab es zwei Bücher zu gewinnen und habe mich riesig gefreut über die große Beteiligung. Auch im nächsten Jahr bin ich sicher gerne wieder dabei - sowohl als Schenker als auch als Teilnehmer. Ich selbst hatte ganz viel Glück und zeige euch nun endlich meine gewonnenen Schätze:

Bei Cleo von Wörterwelten habe ich Incarceron von Catherine Fischer und einen 10,- € Amazon-Gutschein gewonnen. Ich habe mich so darüber gefreut!





Bei der Lovelybooks-Aktion "Autoren schenken Lesefreude" hatte ich sogar 2x Glück!

Zunächst bekam ich von Theresia Graw eine nette E-Mail, dass ich dieses Wunschbuch gewonnen habe:




Und dann schrieb mir noch Ralf Waiblinger, dass sein Roman "Hasenpfeffer" bei mir einziehen würde. Als er angekommen ist, war ich total hin und weg. Ralf Waiblinger hat ihn sooo schön und persönlich signiert. Aber seht selbst...





Ist das nicht süß? Diese Maus ist einfach der Hammer! Wenn ich nur auch so gut zeichnen könnte...

Im Mai hatte ich auch einige schöne Gewinne. Bei der ersten dotbooks-Challenge auf Instagram habe ich unter anderem mit diesem Foto drei Wunsch-E-books gewonnen:



Ausgesucht habe ich mir Charlotte Baumann - Sommer der Träume, Stella Conrad - Die Tortenkönigin und Stefanie Koch - Trulla - Mord ist immer eine Lösung

Tessa Hennig veranstaltete auf facebook ein Gewinnspiel zu ihrem neuen Roman "Mama mag keine Spaghetti". Da mir alle bisher von ihr gelesenen Bücher so gut gefallen haben, habe ich natürlich direkt teilgenommen. Was soll ich sagen, ich hatte wieder einmal Glück. Warum klappt das eigentlich nie beim Lotto? :-)



Die Überraschungspost der letzten Tage waren die neuen Kataloge von MIRA-Taschenbuch und Hoffmann & Campe. Oh je... da werden wieder Zettelchen massig reingeklebt...Oscar ist auch schon sprachlos.




Vorgestern erreichte mich dieses wunderschöne Rezensionsexemplar von Priska Lo Cascio und Thienemann...



Nun bin ich ja nicht nur verliebt in Bücher, sondern auch in Taschen. Dementsprechend könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich über die liebe Post von "Urlaubsland Baden-Württemberg" gefreut habe - ich wollte diese Tasche unbedingt haben. Ich mach doch gerne Werbung für mein Heimatland. :-) Die "Gefällt mir"-Daumen sind natürlich schon längst vernascht. 




So, und nun - quasi als krönender Abschluss - will ich euch noch meinen Hammer-Gewinn zeigen, den ich bei Ramona gewonnen habe. Tasche und Bücher - die perfekte Verbindung für mich als Bücherwurm, Leseratte, Büchereule, Lesemaus...






Ich bin immer noch ganz überwältigt von meinem Losglück und all den tollen Gewinnen! Darum noch einmal an alle, denen ich meine vielen "Yippiehs" und "Wuhuuus" zu verdanken habe:


Danke, Danke, Danke! 

Ihr habt mir so manchen elenden Tag doch noch versüßt, als ich nach Hause kam. 

Und weil ich so viel Freude erhalten habe, möchte ich auch selbst wieder Freude machen. Ich hab noch keine rechte Idee, was ich veranstalten werde, aber am 13.06.2014 (oder eher am Tag danach) wird es hier wieder etwas zu gewinnen geben. Zu meinem 5. Blog-Geburtstag lass ich mir für euch etwas einfallen! 

Wer bis hier hin mitgelesen hat, hat nun schon fast eine Medaille verdient. ;-)

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag.

Deborah