Sonntag, 22. Mai 2016

Lesungen - ja oder nein?

Für die Blogparade von Ann-Bettina Schmitz von ABS-Lese-Ecke bin ich leider zu spät dran (ich hatte leider das Datum übersehen...), aber die Idee gefiel mir trotzdem gut, deshalb hier auch mein Beitrag zu dem Thema.
Wer mich kennt, weiß, dass ich Autorenlesungen liebe. Voraussetzung dafür ist aber, dass auch der Autor das Vorlesen liebt. Ist das nicht der Fall, kann es auch ganz schnell in Quälerei ausarten - für Leser und Zuhörer. Eine solche Lesung kann einem auch durchaus ein Buch vermiesen, auf das man sich einfach freut...

Hier beantworte ich die Blogparaden-Fragen für euch:
  1. Ich mag Lesungen weil …ich es interessant finde, die Stimme hinter den geschriebenen Worten zu sehen und mehr über die Hintergründe der Geschichte zu erfahren. Ich erwarte nicht unbedingt, mehr über den Autor als Menschen zu erfahren. Sein Privatleben ist sein Privatleben.
  2. Ich war schon auf Lesungen von
    sehr vielen Autorinnen/Autoren. Meine erste Lesung fand in sehr schönem Rahmen auf Burg Wissem in Troisdorf statt. Andrea Schacht stellte dort ihre Alyss-Reihe vor (die ich geliebt habe, genau wie zuvor die Almut-Reihe). 



    Danach folgten noch viele weitere, teilweise auf der Buchmesse, teilweise in der Buchhandlung, teilweise in Wohnzimmern. So habe ich unter anderem Kerstin Gier, Claudia Toman/Anna Koschka, Markus Walther, Sandra Henke, Edward Kelsey Moore, Susanna Ernst, Petra Hülsmann, Britta Sabbag, Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki, Patricia Schröder, Michael Römling, Teri Terry, Tanja Janz...
  3. Warst du schon einmal auf einer Lesung, die dich besonders beeindruckt hat? Wenn ja, warum? Bei einigen. Viele hatten ihren besonderen Reiz. Besonders schön fand ich die Wohnzimmerlesungen. Die ersten zwei, die ich bei Ricarda von Herzgedanke erleben durfte, sind am meisten hängen geblieben: Claudia Toman las unvergesslich schön aus ihrem Roman "Naschmarkt" und verzauberte uns mit ihrem Witz und Charme. Sandra Henke bescherte uns dagegen rote Öhrchen.

    Meine erste Lesung mit Markus Walther war auch etwas besonderes, da neben den Buchhandlungsangestellten und dem Herrn vom Verlag tatsächlich ich als einzige Zuhörerin da war. Markus Walther gab aber trotzdem alles und machte die Lesung von "Engelskirchen" zu einem tollen Erlebnis. Es folgten viele weitere, unvergessliche Lesungen zu "Buchland" und "Der Letzte beißt die Hunde". Die betrunkene Mimi bliebt uns besonders gut in Erinnerung. 

    Britta Sabbag ist ein Sonnenschein und brachte selbigen in die Mayersche Troisdorf mit. Es war furchtbar heiß in der Buchhandlung und trotzdem war es einfach ein spitzenmäßiger Mädels-Abend. 
    Ein besonderes Highlight war für mich auch die Lesung von Edward Kelsey Moore. Es war eine Lesung in Englisch/Deutsch, mit musikalischer Untermalung durch den Cello-spielenden Autor. 


    Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki machen jede Lesung zu einem Erlebnis der besonderen Art. Es ist mehr ein Schauspiel als eine Lesung.


    Petra Hülsmanns Lesung von der BAM in Hennef fand im Eiscafé statt. Super Moderation, eine gut gelaunte Autorin, eine lustige Lesung, leckeres Eis und viele gut gelaunte Zuhörer. Da machte es gar nichts aus, dass das Eiscafé hoffnungslos überfüllt war. Wie gerne hätte ich die Hummel gewonnen... 


    Michael Römling, Teri Terry und Patricia Schröder durften wir bei Lesungen des Coppenrath Verlages im Kaminzimmer der Alten Feuerwache in Münster erleben. Hier hat es neben spannenden Lesungen auch das Ambiente gemacht. Ich liebe diese Alte Feuerwache und würde am liebsten dort einziehen.



    Susanna Ernst durfte ich jetzt schon auf drei Lesungen erleben, zwei davon waren Wohnzimmerlesungen - eine bei Nicole von The cinema in my head und eine bei mir selbst - und eine mit musikalischer Begleitung von Gabriele Jäkel in der Buchhandlung LesArt in Lohmar. Alle drei waren wunderschön, einfach weil Susanna prima liest und sehr viel erzählt. Umso schöner, wenn das Ganze in einem kleinen, privaten Rahmen stattfindet.


    Zuletzt haben wir Tanja Janz auf einer Lesung im Eiscafé Santin in Xanten kennengelernt. Sie stellte auch in kleinem, aber sehr feinem Rahmen ihr neues Buch "Krabbe mit Rettungsring" vor. Ich werde das Buch heute noch zu Ende lesen und euch dann über beides berichten. Die Lesung war auch ein Highlight und einfach schön. Wir hatten sehr viel Spaß.


    Es gab aber ehrlich gesagt auch eine Lesung, bei der ich tatsächlich eingeschlafen bin. Ich gebe zu, unter der Woche bin ich abends oft sehr müde. Dann muss mich eine Lesung schon mitreißen.
  4. Ich war noch nie auf einer Lesung, weil...
    diese Frage hat sich ja offensichtlich erledigt. :-)
  5. Ich mag keine Autorenlesungen, weil …
    ich mag nur keine Lesungen von Autoren, die selbst nicht gerne vorlesen.
  6. Gehst du nur zu kostenlosen Lesungen oder bist du auch bereit dafür zu bezahlen?
    Nein, ich gehe auch zu Lesungen, für die ich Eintritt bezahle. Das tue ich gerne, denn der Autor opfert schließlich auch seine Zeit und die Buchhandlung darf ruhig auch etwas verdienen.
  7. Wie erfährst du von Lesungen in deiner Nähe? Hauptsächlich im Internet über Newsletter, Facebook, Verlagsseiten...
  8. Sollte eine Lesung ein Event, eventuell mit Musik oder einem anderen Rahmenprogramm sein, oder bevorzugst du reine Lesungen?
    Ich habe da keine Präferenzen - wichtig ist für mich, dass mich das Buch/der Autor/dieAutorin interessiert und neugierig macht. Eine tolle Location macht natürlich schon etwas her und Lesung mit Musik und Rahmenprogramm ist auch schön - aber letztendlich geht es hauptsächlich um das Buch.
  9. Fährst du für eine Lesung auch in einen benachbarten Ort?
    Das kann ich definitiv mit einem dicken Ja beantworten. Einige Lesungen fanden auch schon viel weiter weg statt, zuletzt Xanten mit gut 130 km (okay, ich war auch noch nie in Xanten und wir haben die Gunst der Stunde und den Urlaub genutzt, um uns die Stadt anzusehen).
  10. Ist der Ort, an dem die Lesung stattfindet, wichtig für deine Entscheidung dorthin zu gehen? Irgendwie schon ein bisschen. Es muss mich schon reizen. Und dann ist die Entfernung natürlich entscheidend. Unter der Woche und ohne Urlaub ist es nicht möglich, mal eben 150 km zu einer Lesung anzureisen. Vor allem lohnt es sich nicht, denn normalerweise geht ein solches Event nur 1-2 Stunden.
  11. Hast du dir schon einmal eine Online-Lesung angehört?
    Habe ich auch schon getan, ist aber nicht so wirklich meins. Besonders wenn die Verbindung schlecht ist, ist das wirklich doof.
  12. Wie gefällt dir die Idee der Online-Lesung?
    Ich persönlich kann mich nicht so dafür begeistern, aber ich denke, viele andere finden daran vielleicht Gefallen.
Das war nun mein ausführlicher Beitrag zu der Frage Autorenlesungen - ja oder nein? Bei mir ein großes Ja und am allerliebsten im kleinen, persönlichen Rahmen. Ich liebe Wohnzimmerlesungen und würde gerne selbst wieder dazu einladen. Gerne dürfen weitere Autoren auf meinem schönen, roten Sessel Platz nehmen. Und nein, ich verlange selbstverständlich nicht, dass sie das vollkommen uneigennützig tun. ;-)


Einen schönen Abend wünsche ich euch!

Deborah


Montag, 16. Mai 2016

Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter - Burger - Homemade Fast Food

Heute gibt es mal wieder eine Kochbuchvorstellung. Ein Kochbuch aus dem Hölker Verlag, dessen Inhalt erfahrungsgemäß auch Männeraugen strahlen lässt.


Um was es geht, dürfte klar sein. Da sich ein Kochbuch naturgemäß am besten beurteilen lässt, wenn man die Rezepte testet, wurde hier wieder fleißig der Kochlöffel geschwungen. Gesagt, getan - doch zunächst einmal stande wir vor der Qual der Wahl. Die Entscheidung fiel schwer, aber letztendlich wurden es diese beiden Burger:

1. Pulled Pork Burger
2. Cheeseburger (in etwas abgewandelter/ergänzter Form)

Das hört sich jetzt nicht nach viel an, aber... wir haben beschlossen, wirklich von A-Z alles selbst zu machen (mit Ausnahme der Mayo). 

Pulled Pork Burger

Beginnen wir mit dem Pulled Pork Burger. Die Vorbereitungen dafür begannen zwei Tage zuvor, denn er hat wirklich viele Zutaten, die wir euch hier im einzelnen vorstellen.

BBQ-Sauce

Die Zutatensuche gestaltete sich etwas schwierig und letztendlich haben wir improvisiert. Den Muscovado-Zucker und die geräucherten Chipotle in Tomatensauce konnten wir nicht finden, stattdessen wurden des brauner Bio-Rohrzucker und Chipotlesauce. Die Zubereitung ist einfach, aber sehr zeitaufwendig, da die Sauce recht lange gekocht werden muss. Wir haben die Sauce als erstes zubereitet, da sie auch für das Pulled Pork benötigt wird.

Hier seht ihr die kompletten Zutaten, die wir verwendet haben:


Da die Zuckermenge mit 300 g Zucker und zusätzlich 60 g Honig für etwa 1 l Sauce sehr hoch ist, haben wir beides reduziert und einen Teil des Zuckers durch Kokosblütenzucker ersetzt. Das hat funktioniert und auch geschmeckt. Weil die Sauce so lecker ist, mussten wir schon Nachschub kochen. 

Die BBQ-Sauce wird zum Schluss durch ein Sieb passiert, damit sie schön sämig und frei von Kernen etc. ist, die Konsistenz ist zum Schluss dickflüssig - wie man es bei gekauften Sauchen gewöhnt ist. Was im Sieb übrig bleibt, ist eigentlich zu schade zum Wegwerfen. Wir haben die festere Paste daher ebenfalls in ein Glas abgefüllt, sie schmeckt sehr lecker zu Grillfleisch.

Red Onion Pickles (rote Zwiebeln in Essigmarinade)

Sie sind schnell und einfach zubereitet, die Zutaten einfach zu finden. Während der Zubereitung der Marinade riecht es etwas weihnachtlich in der Küche (fast nach Glühwein - kein Wunder bei Zimt, Nelken und Co.). Auch hier haben wir den Zucker reduziert und ersetzt.


Cucumber Pickles (süß-saure Gurken ohne Einkochen)

Ebenfalls einfach zuzubereiten sind die Cucumber Pickles. Diese müssen auf jeden Fall 1 Tag vorher zubereitet werden, da sie eine Nacht durchziehen sollen vor dem Abfüllen. Wie gehabt: Es geht auch mit weniger Zucker. Die Gurken halten im Kühlschrank etwa 14 Tage. Und sie sind so lecker, auch auf Käse oder Wurst-Brot. Gleiches gilt übrigens auch für die Red Onion Pickles.



Noch ein Tipp: Da sowohl Senfkörner als auch Senfpulver benötigt werden, kann man einfach ein paar Senfkörner mörsern und braucht nicht noch ein zusätzliches Gewürz kaufen.



Pulled Pork

Am besten am Tag vor dem Burger Essen zubereiten. Das Ganze schmeckt lecker, obwohl es bei uns aus verschiedenen Gründen mächtig in die Hose gegangen ist:  
  • Es wird Schweineschulter vorgeschlagen. Was wir überlesen hatten: Ohne Knochen. Dementsprechend konnten wir erstmal einen riesigen Knochen aus dem Fleisch rausschneiden, da sich dieses sonst nicht in 3 Teile aufteilen ließ. Hier seht ihr einmal das Teil (gute 250 g):



  • Nach Rücksprache mit der Metzgermeisterin unseres Vertrauens wäre Schweinehals besser geeignet für Pulled Pork (hätten wir mal vorher gefragt...).

  • 3. Unser Backofen hat schwarze Knöpfe mit schwarzen Kennzeichnungen und wurde deshalb falsch eingestellt. Anstatt auf 80° C vor sich hinzugaren, brutzelte es unbemerkt eine gute Stunde auf Höchsttemperatur von 250° C. Da war natürlich nichts mehr zu machen.

Anstatt Pulled Pork hatten wir ziemlich kompaktes (na ja, eher zähes) Fleisch mit jeder Menge Fett und einem riesigen Knochen. Dumm gelaufen, denn geschmacklich war es wirklich gut.



Nun fehlten nur noch zwei Zutaten, die wir am Tag des Burger Essens vorbereiteten:

Coleslaw (Rotkohl-Mayo-Salat)

Der Salat war tatsächlich am schnellsten gerichtet. Schnibbeln, zusammenrühren, fertig. Ein Traum.



Und zu guter Letzt das Wichtigste an einem Burger:

Classic Buns (Burger-Brötchen)

Bei den Buns haben wir wieder auf eine Zutat verzichtet: Glucose. Das hatte aber keine besonderen Auswirkungen. Außerdem haben wir Dinkelmehl anstatt Weizenmehl verwendet. Die Buns gelangen perfekt - groß, leicht knusprig und innen fluffig. Wie ein Bun eben sein soll.





Kurzfristig entschlossen wir uns auch, die French Fries zu den Burgern zu machen. Da sie in kleinen Portionen und jeweils 2x frittiert werden, ist das sehr zeitaufwendig und sehr schwer zu koordinieren, wenn man sowohl die French Fries als auch die Burger heiß genießen möchte.



Letztendlich konnten wir aber alles auf den Tisch stellen und endlich unsere Pulled Pork Burger bauen. Eine Kleinigkeit hatten wir vergessen, daran ließ sich aber nichts mehr ändern - der Salat fehlte. Die Burger und die French Fries gehen einwandfrei als "Foodporn" durch, unbeschreiblich lecker, aber auf keinen Fall als Fast Food. Denn 3 Tage Arbeit sind alles andere als "Fast".


Am nächsten Tag gab es Nachschlag. Wir entschlossen uns, aus den Resten und Rinderhackfleisch-Patties (natürlich ebenfalls nach Buchrezept) einen weiteren Burger zu bauen:

Cheeseburger (eigentlich eher Cheese 'n' Egg Burger)

Die Zutaten vom Vortag konnten wir ja weiter verwenden. Dazu gab es die Patties und ein Spiegelei. Wow! Hammer lecker und sättigend. Das war ein kurzer Brunch. Ein Burger und die Sache war gelaufen. Die restlichen Buns und Patties haben wir für die nächsten Burger-Gelüste eingefroren. 


Nun zur Bewertung des Burger Buches:

Wer Fast Food liebt, aber Wert auf Qualität legt, macht sich seine Burger am besten selbst. Das ist zwar viel Arbeit, aber es lohnt sich. Die Rezepte sind gut verständlich und zumeist leicht nachzukochen. Aber: Es dauert - je nach Grad des Selbstmachen. Wenn man zum Beispiel die BBQ-Sauce, Gurken etc. kauft, spart man natürlich massig Zeit. Das bleibt jedem selbst überlassen. Wenn die Teller nach dem Essen so aussehen, ist das Essen auf jeden Fall gelungen...


Eine kleine Kritik: Unmengen von Zucker in den Rezepten - es geht auch mit weniger. Wir verwendeten ausschließlich braunen Bio-Rohrzucker und Kokosblütenzucker in verringerter Menge. Das stellt keinerlei Problem dar, die Rezepte gelingen trotzdem wunderbar.

Das Buch ist aufgeteilt in die Kapitel Buns, Burger & Sandwiches, Saucen & Dips, Sides, Pickles und Sweets. Von den Sweets haben wir bisher noch nichts getestet.

Viele der Rezepte eigenen sich auch hervorragend für die Grillsaison. Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter haben wir eine tolle Rezeptsammlung abgeliefert. Die Fotos von Oliver Brachat sind sehr ansprechend und machen das Buch auch optisch zu einem Augenschmaus. Von Deborahs Bücherhimmel gibt es daher auch für "Burger" 5 Lämpchen.


Unser Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Hölker Verlag, dessen Kochbücher wirklich ein Traum sind. Das Kochbuchregal wächst und gedeiht. Ein Rezept für einen Caesar Burger findet ihr übrigens, wenn ihr den Link anklickt. Den haben wir allerdings noch nicht probiert.



Wer bis jetzt mitgelesen und Bilder geschaut hat, hat ein gutes Durchhaltevermögen. Respekt! Na, jetzt schon Hunger? Wir schon...




 Genießt noch den Feiertag, bevor der lästige Alltag wieder da ist.

Grüße

Deborah & Dirk

Samstag, 14. Mai 2016

Angelika Schwarzhuber - Servus heißt vergiss mich nicht

Auf das dritte Buch von Angelika Schwarzhuber habe ich mich sehr gefreut. Es stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Anfang des Monats hatte ich das Riesenglück, es bei der Autorin im Rahmen einer Verlosung auf Instagram zu gewinnen. Das Buch landete nicht im Regal sondern quasi ohne Umwege mit mir und einem leckeren Kaffee auf der Couch. Morgens angefangen zu lesen, mittags beendet...mit großem Magenknurren weil das Frühstück leider ausfallen musste. :-)



Darum geht es:

Daniela ist alleinerziehende Mama des 5jährigen Benny und führt die kleine Wunsch-Geschenk-Agentur "BeauCadeau", die ihren Kunden hilft, Wünsche wahr zu machen. Daniela ist eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben - nur manchmal wünscht sie sich doch eine neue Liebe. Trotzdem bringt sie Alex, der offensichtlich ihre Nähe sucht, mächtig durcheinander. Wie gut, dass ihr Alex' Schwester Bettina einen Auftrag in Kalifornien vermittelt, der ihre ganze Aufmerksamkeit fordert und außerdem einen Auslandsaufenthalt beinhaltet. 

Ein reicher Amerikaner beauftragt "BeauCadeau", in Sacramento ein waschechtes bayerisches Oktoberfest mit allem Drum und Dran als Geschenk zum Geburtstag seiner todkranken Frau auf die Beine zu stellen. Eine große Herausforderung, die Daniela innerhalb nur 4 Monate zu meistern hat - da bleibt keine Zeit, sich über Männer Gedanken zu machen. Vor ihrer Abreise stellt ihr Alex jedoch ein Ultimatum. 



Mein Senf dazu:
 (Achtung: kleine Spoiler möglich, ließ sich nicht komplett verhindern)

Heute Morgen um 9 Uhr angefangen, heute Mittag gegen 14 Uhr mit Tränen in den Augen beendet. Muss ich noch mehr sagen? Eigentlich nicht, aber... Scherz beiseite, das wäre doch ziemlich wenig Senf zu einem so tollen Buch.

"Servus heißt vergiss mich nicht" ist keine direkte Fortsetzung von "Liebesschmarrn und Erdbeerblues" und "Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück" - heißt, man muss die anderen beiden vorher nicht unbedingt gelesen haben. Wenn man das zweite Buch aber bereits kennt, sind Daniel und Alex keine Unbekannten mehr. Daniela war Hannas Kollegin in deren Unternehmen BeauCadeau, bevor sie dieses von Hanna übernahm. Alex ist der attraktive Werbemensch, der kurzfristig etwas mit Hanna hatte. Verständlich, dass Daniela deshalb etwas skeptisch ihm gegenüber ist.

Die Geschichte geht nun also weiter, nachdem Hanna ihr Happy-End gefunden hat. BeauCadeau läuft seit dem gelungenen Großauftrag ganz gut, Daniela ist gestresst, aber nicht unglücklich. Auch wenn ihre Wohnung langsam etwas voll wird, weil neben ihrem Zwillingsbruder Adrian auch zwei Meerschweinchen und zuletzt noch ihre ordnungsliebende Mutter bei ihr Asyl suchen, bleibt sie recht entspannt. Gleiches will ihr bei ihren Begegnungen mit Alex jedoch nicht so recht gelingen. Sie verwandelt sich des Öfteren regelrecht in einen Tollpatsch, wenn sie auf ihn trifft - und das passiert auffällig häufig. Da sie ihn für einen typischen Womanizer hält, will sie keine Beziehung mit ihm anfangen - oder vielleicht doch? Auch an Alex geht das nicht spurlos vorbei, er ist verwirrt über die unterschiedlichen Signale, die von Daniela ausgehen.

Obwohl Daniela nach und nach spürt, dass Alex lange nicht so oberflächlich ist, wie sie dachte, und er auch augenscheinlich gut mit Benny und mit Haustieren klarkommt, traut sie ihren und auch seinen Gefühlen nicht und sucht ständig das buchstäbliche Haar in der Suppe. 



Manchmal wollte ich Daniela einfach nur schütteln, damit sie aufwacht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Alex irgendwann eine eindeutige Antwort von ihr haben möchte, ob sie eine Beziehung mit ihm eingehen möchte, oder aber nicht. Aber Daniela ist nach wie vor unsicher und will sich nicht eingestehen, dass sie längst über beide Ohren verliebt ist. Wie gut, dass ihr die Amerika-Reise Zeit gibt, über einiges klar zu werden.



Zur gleichen Zeit erfährt man in Rückblenden immer wieder von einer anderen Liebesgeschichte, die Ende der 60er Jahre in München und Amerika ihren dramatischen Lauf nimmt. Es ist die Geschichte von Emilie und Bernard. Emilie verliebt sich an ihrem 18. Geburtstag in den jungen amerikanischen Soldaten und folgt ihm heimlich - ohne dass ihre Eltern oder Schwester davon wissen - nach Amerika.



Ich mochte bisher alle Bücher von Angelika Schwarzhuber. Sie schreibt einfach schöne Geschichten und ich habe das Gefühl, sie werden von Mal zu Mal noch besser. "Servus heißt vergiss mich nicht" ist durch die Verbindung der beiden Liebesgeschichten zu unterschiedlichen Zeiten noch interessanter und hat mich von der ersten bis zur letzten Minute mitgerissen. Es ist romantisch, sehr witzig - meistens dann, wenn Daniela mit Alex zusammentrifft - und natürlich auch geheimnisvoll und spannend. Irgendwann/irgendwie erwartet man ja eine Verbindung zwischen den beiden Geschichten. 

Schön fand ich natürlich auch den Bezug zum vorherigen Buch und das "Wiedersehen" mit den Protagonisten daraus. Ich muss gestehen, ich liebe es, wenn neue Geschichten an ältere anknüpfen (und sei es nur durch einen Gastauftritt einer bekannten Figur - wie es von vielen Autoren mittlerweile machen) ohne jedoch konkrete Fortsetzungen zu sein. Es ist einfach schön, wenn man seine Lieblingsprotagonisten auf die eine oder andere Art wieder trifft und Nebendarsteller zu Hauptdarstellern werden.



Ups, das wurde jetzt doch etwas länger als geplant. Die Begeisterung klingt kurz nach Beenden des Buches eben noch nach. Die Geschichte ist wunderschön, der Erzählstil gewohnt flüssig und die Personen - mit Ausnahme einer einzigen Nebenrolle - tatsächlich alle auf ihre Weise sehr sympathisch und liebenswert. Neben den Hauptpersonen trifft dies auch auf die Nebendarsteller zu: Besonders süß fand ich hier Benjamin und sein "Schnuckelmäuschen" Natascha. Warum müsst ihr aber bitte selbst lesen.

Hier habe ich noch ein Bild von der Frankfurter Buchmesse 2015 von der lieben Angelika Schwarzhuber:



Mein Fazit:

Ich hoffe, ich habe euch nicht zuviel verraten. Wenn ihr es noch nicht gelesen habt und auf romantisch, lustige Geschichten steht, kann ich nur empfehlen, euch Angelika Schwarzhubers Buch mal genauer anzuschauen. Von mir bekommt es 5 besonders helle Lämpchen. 



Infos zu den Büchern und der Autorin findet ihr auf ihrer Internetseite. Hier könnt ihr sogar Bücher mit Widmung über eine Buchhandlung bestellen.

Ich bedanke mich bei Angelika Schwarzhuber für das signierte Exemplar, das jetzt ein Plätzchen neben den ersten zwei Büchern im Regal bekommt (auch wenn ich dafür wieder ein bisschen Tetris spielen muss...). 

Bei euch bedanke ich mich für euer Durchhaltevermögen, wenn ihr bis hierhin gelesen habt. Mag jemand von euch so eine Postkarte mit Lesezeichen (siehe Bild mit der Autorin)? 2 Stück kann ich verschenken. Wer zuerst hier schreit, bekommt sie. :-)



Ein schönes Pfingstwochenende wünsche ich euch!


Deborah




Freitag, 13. Mai 2016

Mary Simses - Der Sommer der Sternschnuppen

"Der Sommer der Blaubeeren" von Mary Simses hat mich im vergangenen Jahr verzaubert. Deshalb habe ich mich riesig auf das neue Buch mit dem wunderschönen Cover gefreut. Es ist wirklich ein Hingucker, oder? Ob und wie mir auch dieser Roman von Mary Simses gefallen hat, verrate ich euch gleich... 

Darum geht es:

Grace Hammond verliert ihren Freund, ihren Job als Korrekturleserin von technischen Betriebsanleitungen und zuletzt auch noch ihre Wohnung - wenn auch nur vorübergehend wegen Wasserschaden. Sie beschließt deshalb, einige Zeit zurück nach Dorset zu ihren Eltern zu gehen. Dort holt sie aber ihre schmerzliche Vergangenheit ein. Ihre Eltern und ihre beste Freundin Cluny freuen sich über diese Rückkehr, auch wenn sie mit Sorge betrachten, wie sehr sich Grace zurückzieht, ihre Begabung völlig außer Acht lässt und in einem Fahrradladen zu arbeiten beginnt. Sie braucht den Job, um das alte Fahrrad ihrer großen Schwester Renny restaurieren lassen zu können. Grace vermisst ihre Schwester, die vor vielen Jahren bei einem Unfall ums Leben kam.

Zur gleichen Zeit zieht es auch Graces Jugendliebe Peter Brooks in seine Heimatstadt. Als Regisseur dreht er einen Film in Dorset. Er und sein Team veranstalten viel Rummel in der kleinen Stadt - insbesondere der Hauptdarsteller Sean Leeds, der überall von seinen weiblichen Fans belagert wird. Grace begegnet Peter und entdeckt ihre alten Gefühle für ihn. Ob es wohl eine zweite Chance für sie beide gibt? Zeitgleich zeigt jedoch auch der überaus attraktive Sean Interesse an Grace. Und dann ist da noch der etwas ruppige Sohn des Fahrradladenbesitzers. Mitch kann sich aber ebenfalls von seiner romantischen Seite zeigen. Und plötzlich steht Grace zwischen drei Männern...


Meine Bewertung:

Auch Mary Simses zweites Buch ist ein sehr schönes Wohlfühl-/Sommerbuch, das mir gut gefallen hat. Doch leider hat es mich nicht ganz überzeugt: Der Funke sprang dieses Mal nicht so recht über, obwohl der Klappentext vielversprechend war. 

Die Mischung aus Liebe, Vergangenheit und Familiendrama ist zwar gut gewählt, doch irgendwie bleibt mir Grace ein bisschen zu oberflächlich und zu unklar über ihre Gefühle. Ausgenommen davon sind die Schuld- und Verlustgefühle wegen des Todes ihrer Schwester. Aber was ihre Beziehung zu den drei Männern betrifft, ist sie für mich nicht ganz glaubhaft, springt sie doch hin und her wie ein Ping-Pong-Ball. Mal mag sie diesen mehr, dann doch wieder den anderen. Oder handelt es sich vielleicht doch nur um Erinnerungen an die Empfindungen als Teenager, als Graces Welt noch in Ordnung war?

Meines Erachtens ist eine Variable - sprich ein Mann - zu viel im Spiel, einen der drei Kandidaten finde ich überflüssig, obwohl er durchaus sympathisch ist. Dreiecksbeziehungen sind meist sehr unterhaltsam, eine Vierecksbeziehung ist schon ein bisschen zu übertrieben.


Was mir sehr gut gefiel waren die einzelnen Charaktere des Buches. Zu Grace habe ich ja schon einiges gesagt, richtig warm wurde ich mit ihr nicht. Ich bin aber ein Fan von Cluny (und ihren Horoskopen) und dem charmant-rauhbeinigen Teilzeit-Fahrradschrauber Mitch. Außerdem sind Graces Eltern sehr liebevoll und versuchen, ihrer erwachsenen Tochter kleine Schubser in die richtige Richtung zu geben, damit sie endlich beginnt, zu leben. Hier ein sehr schönes Zitat von Graces Mom:

"Ich versuche nur, dir zu sagen, dass man nie weiß, wo die Liebe einen findet, Grace....Aber plane nicht zu viel. Lass das Leben sich entfalten, oder du wirst die Gelegenheit verpassen, dich überraschen zu lassen. Überraschungen können wunderbar sein."  (Seite 143)

Auch ihr Vater macht sich viele Gedanken um sie, er möchte sie ermuntern, eine Stelle anzunehmen, bei der sie sich richtig entfalten kann. Oder noch besser: Selbst Geschichten zu schreiben. Denn er sieht eine große Begabung bei seiner Tochter, die diese nicht anerkennen will/kann. Graces Eltern versuchen behutsam, sie aus dem Schatten ihrer toten Schwester hervorzuholen und zeigen ihr dabei ihre uneingeschränkte Liebe.

Mein Fazit:

"Der Sommer der Sternschnuppen" hat meine hohen Erwartungen leider nicht ganz erfüllt. Das passiert mir  leider häufig beim zweiten Buch, wenn der Vorgänger die Messlatte so hoch gelegt hat. Ich schwanke zwischen 3 und 4 Lämpchen. Da ich keine 3 1/2 im Angebot habe, gebe ich Mary Simses neuen Buch gut gemeinte 4 Lämpchen. Auch wenn die Protagonistin in dieser Geschichte mich nicht ganz überzeugt hat, mag ich Mary Simses Erzählstil. 


Weitere Infos zum Buch (inklusive Leseprobe) findet ihr natürlich wieder auf der Internetseite von blanvalet. Und kaufen/bestellen könnt ihr es natürlich jederzeit beim Buchhändler eures Vertrauens. 

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.

Euch wünsche ich viel Spaß mit dem Sommerbuch!


Deborah



Mittwoch, 11. Mai 2016

Theresia Graw - Das Liebesleben der Suppenschildkröte

Dieses Buch habe ich 2014 beim Welttag des Buches gewonnen und mich sehr darüber gefreut. Ja, es steht schon ein bisschen länger in meinem RUB - aber nun habe ich es auch endlich gelesen. Aber Bücher haben kein Mindeshaltbarkeitsdatum und die Lesefreude bleibt erhalten - ehrlich!



Darum geht es:

Sophie ist alleinerziehende Mutter zweier bezaubernder, aber auch sehr aufgeweckter Kinder. Ihr Mann hat sie verlassen und lebt mit einer anderen Frau zusammen. Trotzdem hat Sophie den Männern nicht abgeschworen und gibt die Hoffnung nicht auf, ihren Mr. Right zu finden. Gar nicht so leicht, denn sobald Timo und Lina ins Spiel kommen, ergreifen die Herren der Schöpfung gerne die Flucht - so auch ihr letztes Date.

Die ständig gestresste Mama, die zwischen Teilzeitjob als Redakteurin bei einer Lokalzeitung und Kita hin und her pendelt, baut einen selbstverschuldeten Unfall. Das Unfallopfer Roland erweist sich jedoch als echter Glücksfall, eine richtige Sahneschnitte - und er hat auch noch Interesse an Sophie. Sie möchte ihn gerne näher kennenlernen und beschließt, ihre Kinder erst mal nicht zu erwähnen. Ihre Freundin Miriam redet ihr ins Gewissen, sich nicht wie eine Suppenschildkröte zu verhalten, die ihren Nachwuchs alleine zurücklässt. Aber das hat Sophie gar nicht vor, sie möchte Roland nur schonend auf die Familie vorbereiten, also ganz langsam. Doch meistens kommt es anders, als man denkt. Und in den meisten Fällen geht so ein Plan ganz schön in die Hose. Ob das mit Roland auch passiert?


Mein Senf dazu:

"Das Liebesleben der Suppenschildkröte" zeigt sehr humorvoll die Sorgen und Nöte einer alleinerziehenden Mutter, deren Ex nur auftritt, wenn er als strahlender Held für die Kinder da sein kann. Sophie ist wirklich bewunderswert. Okay, ihre Wohnung ist vielleicht nicht immer topp, ihre Kinder treiben sie auch mal zur Verzweiflung, und wenn nicht sie, dann ihre beratungsresistente Chefin Lydia - aber ihr Herz ist aus Gold und ich wünschte ihr die ganze Zeit nur, dass sie einen tollen Partner findet. Ich ging natürlich von einem Happy End aus, aber ob es das mit dem gestylten Anwalt Roland geben würde? Ich hatte so meine Zweifel.

Sophie hat ein ganz großes Problem: Sie kann einfach nicht nein sagen und lässt sich von Hinz und Kunz durch die Gegend scheuchen - bevorzugt natürlich von Lydia. Die absolute Krönung für Sophie ist, als sie die Kolumne der hochschwangeren Kathi-Vorzeigefrau übernehmen und natürlich nur Friede-Freude-Eierkuchen Texte schreiben soll. Denn Kathi ist ja so eine Art Familienguru und Superwoman, die alles im Griff hat, also zumindest in ihrer Kolumne. Die Leser stehen total auf diese heile Welt, was Lydia zu immer neuen, hirnrissigen Plänen inspiriert. Das Ganze gipfelt in einem Abend mit "Kathi" und ihrer Familie, bei dem Sophie ihre Kinder und ihren Mann dem Publikum vorstellt und dieses Fragen stellen darf. Mann? Damit hat Sophie nun wirklich ein Problem (sie kann ja wieder nicht nein sagen). Zum Glück ist der beste Freund ihres Bruders in Griffnähe. Björn mimt für den Abend den Papa...



Ich habe mit Sophie gelacht und gelitten; es waren wirklich schöne Lesestunden. Ihren Exmann hätte ich dagegen das eine oder andere Mal schütteln können. Zum Glück hat Sophie eine wirklich gute Freundin. Miriam ist echt eine Marke - so eine gute Freundin sollte wirklich jede Frau haben. Und am besten im gleichen Haus, das wäre perfekt. Und dann gibt es da noch jemanden, den ich sehr mochte. Aber wer das ist, solltet ihr besser selbst herausfinden. Ich denke, ihr werdet es bald wissen, wenn ihr das Buch lest. Sophie ist für mich definitiv keine Suppenschildkröte sondern eine super Mama.

Mein Fazit:

Auch für dieses Buch vergebe ich 5 Lämpchen, weil es mir einfach sehr gut gefallen hat. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin Theresia Graw.



Falls ihr euch entscheiden solltet, Sophies Erlebnisse zu lesen, wünsche ich euch viel Spaß dabei. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir berichtet, wie es euch gefallen hat.

Einen schönen Abend!

Deborah