Sonntag, 24. Februar 2013

C. J. Skuse - Rockoholic

Heute möchte ich euch ein Nicht-Fantasy-Jugendbuch vorstellen. Eine Geschichte, die zunächst sehr lustig klingt, aber auch ihre ernsten Seiten hat...




Der Inhalt aus meiner Sicht:

Jody ist eigentlich ein ganz normaler Teenager von 16 Jahren. Eigentlich, denn manchmal schießt sie schon etwas übers Ziel hinaus, zum Beispiel, wenn sie die Beerdigung ihres geliebten Opas aufmischt. Aber zum Glück hat Jody einen sehr guten Freund, Mac. Er bringt sie immer wieder auf den Boden der Tatsache zurück und steht ihr bei. Jody ist wütend und traurig, der Verlust ihres Opas macht ihr schwer zu schaffen. Hinzu kommt, dass sie sich mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester nicht allzu gut versteht – auch normal in dem Alter.

Wie ihr Opa liebt Jody Rockmusik, am meisten von ihrer Lieblingsgruppe Regulators, gesungen von ihrem „Seelenverwandten“ Jackson. Für Jody bricht eine Welt zusammen, als ihre Mutter ihr nach dem Auftritt bei der Beerdigung den Besuch des Konzerts verbietet und ihre Karte zerreißt. Doch Mac wäre nicht Mac, wenn er Jody nicht trotzdem hin brächte und ihr sein Ticket überlässt. Und so steht sich Jody die Beine in den Bauch, bis sie endlich in der Halle ist. Nicht lange drinnen und kurz nach Beginn des Auftritts bricht sie zusammen – und verpasst den Rest des Konzerts. Und dennoch wird ein Traum war: Jackson besucht seine Fans und Jody kann mit ihm reden. Eigentlich will sie ihm etwas Süßes anbieten – uneigentlich denkt der zugedröhnte Jackson, Jody bedroht ihn mit einem Messer. Jody ist überrascht und fast kurzerhand einen irrwitzigen Plan, sie nimmt Jackson mit nach Hause. Sehr zu Macs Begeisterung... auch Jodys Begeisterung hält sich in Grenzen, als sie Jackson näher kennenlernt...

Meine Bewertung:

„Rockoholic“ hat mir sehr gut gefallen, ich hatte viel Spaß beim Lesen – habe teilweise aber auch mitgelitten. Ich bin zwar schon sehr weit weg von der angesprochenen Altersgruppe, kann mich aber noch bestens erinnern, wie ich mich damals gefühlt habe. Jodys Gefühle für Jackson kann ich voll nachvollziehen – bei mir war es vor Urzeiten ein Filmstar, in den ich mich Hals über Kopf verliebt habe. Andererseits erkennt man aus der Perspektive des Erwachsenen natürlich gleich, was für einen Mist Jody macht – und möchte sie teilweise wachrütteln.

Jodys Gefühlswelt ist arg durcheinander. Ihre Eltern leben getrennt, die Beziehung zur Mutter und der kleinen Schwester Hailey ist auch nicht die beste und dann verliert sie auch noch ihren geliebten Opa, der ihr zum Abschied seine Weisheit mit auf den Weg gibt:

„Lebe deine Träume – Don't dream it, be it.“

Jody versucht nun herauszufinden, was das für sie bedeutet. Neben ihrer unerwiederten Liebe zu Jackson quält sie auch die Tatsache, dass sie den Selbstmord ihres schwerkranken Großvaters nicht verhindern konnte. Der alte Herr hat sich einen ziemlich spektakulären Abgang verschafft.

Als Jody irgendwie aus Versehen mit Hilfe eines Curly Wurly (kennt ihr die super leckeren Schoko-Karamell-Teile?) den berühmten Jackson entführt, verwandelt sich ihr Leben und das von Mac in ein wahnwitziges Abenteuer. Sie sperrt Jackson in eine Garage, die zuvor ihrem Großvater als Probenraum diente und schallisoliert ist. Was Jody nicht weiß: Jackson ist drogenabhängig und macht einen schlimmen Entzug durch. Zudem ist er alles andere als nett, sodass sie ihn bald am liebsten wieder los würde. Doch die Geister, die sie rief, wird sie nicht mehr los. Jackson weigert sich, zurück zu gehen oder sein Versteck zu verlassen, denn er hat Angst vor seinem gewalttätigen Manager und verrückten Fans – wie Jody.

Die Begeisterung über ihren großen Fang weicht der Ernüchterung und schließlich verliert sie darüber fast noch den Menschen, der ihr am wichtigsten ist. Sie muss daher eine Möglichkeit finden, sowohl Jackson als sich selbst zu helfen. Was alles nicht so einfach ist, denn eine lästige Pressetante hat bereits eine heiße Spur, wo der Bühnenstar sich versteckt.

Es dauert lange, bis Jody erkennt, was und für wen sie in Wirklichkeit etwas fühlt. Letztendlich verhält sie sich zwar noch immer unvernünftig aber mit einem bestimmten Ziel. Ich hatte das Gefühl, dass sie eine ziemliche Entwicklung durchmacht – auch wenn sie noch immer eine wandelnde Katastrophe ist, macht sie sich doch mehr Gedanken. Was jedoch kein Wunder ist, denn sie erlebt in diesen wenigen Wochen die Schattenseiten: Jacksons harter Drogentzug ist kein Spaziergang und wird auch nicht beschönigt. Seine Wutanfälle und seine Entzugssymptome werden ausführlich geschildert.

Ich kann nicht beurteilen, wie die Sprache bei Teenagern ankommt, aber ich fand die Geschichte von C. J. Skuse sehr gut erzählt, ohne mahnenden Zeigefinger aber nicht ohne kleine Stubser in Richtung: Denk vorher drüber nach, was du tust und Finger weg von Drogen. „Rockoholic“ ist sehr lustig aber auch spannend und ein bisschen traurig. Ich denke daher, dass das Buch Mädchen der Altersgruppe von 12-16 Jahren sicher anspricht. Auf jeden Fall würde ich es empfehlen.

Noch etwas zu den äußeren und inneren Werten: Es handelt sich um ein Hardcover-Buch mit passend gestaltetem Cover. Die Farben und das Bild finde ich klasse. Auch toll fand ich Schriftgröße und Abstand, es liest sich sehr angenehm.

Ich bedanke mich herzlich bei Carlsen/Chicken House für das Rezensionsexemplar! Weitere Infos zum Buch und die Möglichkeit zu bestellen gibt es direkt bei ChickenHouse.

Viel Spaß beim Lesen und verschneite Grüße!

Deborah

1 Kommentar:

  1. Oh das Buch ist noch auf meinem SuB aber deine Rezi macht Lust auf mehr.
    Schöner Blog übrigens.
    Hast jetzt nen Leser mehr ;)
    Liebe Grüße vom Sternenkind

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