Montag, 22. April 2013

Andreas Izquierdo – Das Glücksbüro


Und heute stelle ich euch das zweite Buch vor, das ich euch morgen schenken möchte. Der Dumont Buchverlag war so freundlich, ein Exemplar von „Das Glücksbüro“ für euch zur Verfügung zu stellen! Dafür meinen herzlichen Dank!


Zum Inhalt:

Albert Glück ist ein seltsamer Kauz. Er ist knapp über fünfzig, ein wenig trocken, penibel, und er arbeitet im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Formulare, Stempel, Dienstvorschriften sind seine Welt, in der er sich gut eingerichtet hat. Ganz wörtlich, denn Albert arbeitet nicht nur in dem Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt hat er im Keller einen kleinen Raum bezogen und verbringt zufrieden seine Tage im immer gleichen Rhythmus. Doch eines Tages wird Alberts sorgsam eingehaltene Ordnung durcheinandergebracht. Auf seinem Schreibtisch landet ein Antrag, den es eigentlich gar nicht geben dürfte, denn er beantragt nichts! Albert tut alles, um diesen unseligen Antrag loszuwerden, doch vergeblich: Immer wieder kehrt er auf seinen Schreibtisch zurück. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zum Antragsteller zu machen. So trifft Albert auf Anna Sugus, eine ziemlich wilde Künstlerin, die Alberts Welt ganz schön auf den Kopf stellt

Meine Bewertung:

Der Held des Buches, Albert Glück, ist grau, ordentlich und langweilig. Sein gesamtes Leben spielt sich im Amt für Verwaltungsangelegenheiten ab – und das schon seit über 30 Jahren. Unbemerkt von den anderen Beamten und seinen Vorgesetzten. Eine unfassbare Geschichte – auch eine Art Fantasy: Albert schafft sich seine ganz eigene Welt in seinem Amt. Er hat sich sein kleines Zimmer im Keller eingerichtet, in dem er jeden Abend seine Soap „Legenden der Leidenschaften“ schaut und seine ordentlich aufgereihten Schogetten vernascht. Außerdem spielt er seinen Kollegen kleine Streichen, wenn er nachts durchs Amt streicht und sich in der Kantine etwas zu essen gekocht hat. Er geht jeden Tag zur selben Zeit schlafen und steht zur selben Zeit auf, hat immer einen grauen Anzug und ein weißes Hemd parat. Jeden Tag bearbeitet er die Anträge, die auf seinem Tisch landen. Jeden Tag, bis es passiert: E45 landet auf seinem Tisch – ein Antrag, der nichts beantragt und Albert Glück zutiefst verunsichert. Ein Antrag, der jeden Tag wieder auf seinem Tisch liegt – egal ob er ihn am Tag zuvor abgelegt oder zerstört hat.

Von da an ändert sich Albert Glücks Leben rasant – insbesondere, als er von seinem Vorgesetzten Wehmeyer nach einiger Zeit dazu verdonnert wird, die Antragstellerin Anna Sugus aufzusuchen. Und so tritt Albert Glück ins richtige Leben, ein Leben jenseits der Mauern des Amtes, und trifft auf die chaotische Künstlerin Anna Sugus. Welten prallen aufeinander und ziehen sich an.

Alberts und Annas Geschichte ist eine besondere Liebesgeschichte, wunderschön und zart. Eine Geschichte der leisen Töne, die mir unheimlich gut gefallen hat. Anna macht Alberts Leben bunt – es ist Schluss mit dem Grau. Sein eigenes Glück teilt Albert mit anderen Menschen. Sehr zum Verdruss des Amtsleiters – denn schon bald ist das Glücksbüro in aller Munde und jeder hofft auf sein Stückchen vom Glück. Und bald fürchten Beamte und Politiker, dass die Menschen womöglich glücklich und zufrieden würden – ein Horror für die Wirtschaft des Landes.

„Das Glücksbüro“ erzählt davon, wie sich das Teilen eines kleinen Glücksmoments im Schneeball-System verbreitet und zu einer ganz großen Welle wird. Auf der Suche nach dem großen Glück übersehen wir oftmals kleine Stückchen vom Glück, die uns den Tag, die Woche, den Monat...versüßen. Vermutlich verpassen wir das ganz große Glück manchmal, weil wir blind oder mit Scheuklappen durch dir Gegend laufen und das Gute direkt vor unserer Nase gar nicht erkennen.

Ich bin froh, dass ich mich für dieses Buch als Geschenk für euch entschieden habe. Es ist unheimlich schön und vermittelt viel Lebensfreude. Das teile ich doch gerne mit euch!

„Das Glücksbüro“ bekommt von mir eine Lese-Empfehlung und einen dicken Daumen nach oben! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und viel Glück morgen bei der Blogger-Aktion! Und falls es nicht klappt: Ihr wisst ja, der Buchhändler eures Vertrauens ist gerne für euch da und freut sich auf euren Besuch. ;-)

Deborah

Dumont Buchverlag
272 Seiten, Paperback
Erstverkaufstag: 21.02.2013
ISBN 978-3-8321-6225-2


--------------------------------------

Kleines Update: Vielleicht möchtet ihr ja mal im Glücksbüro vorbeischauen und ein kleines Glück beantragen oder bewilligen? Eine sehr schöne Internetseite! 

1 Kommentar:

  1. Meinen letzten richtig dicken Glücksmoment habe ich im Januar während meiner Vietnamreise erlebt und zwar bei unserem ersten Besuch einer Tempelanlage - es war warm, sonnig, der lachende Buddha thronte über uns und vor mir lag die Aussicht auf einen köstlichen Fruchtsaft - ich hatte wirklich das Gefühl, im Paradies zu sein!

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deinen/Ihren Kommentar!