Sonntag, 9. November 2014

Kerstin Hohlfeld/Leif Lasse Andersson - Ich heirate einen Arsch

Ja, das ist wirklich der Buchtitel, ich kann nichts dafür. Die Inhaltsangabe und Leseprobe hatten mich angesprochen und ich wollte dieses Buch einfach lesen. Ich musste ja schließlich wissen, was es mit dem A.... auf sich hat. ;-)



Zum Inhalt:

Luisa Stein, 28 Jahre alt, hofft nach einem Praktikum bei einem Verlag auf eine Festanstellung. Der Tag beginnt gut, sie macht sich hübsch und zieht anstatt unauffälliger Büroklamotten ein gelbes, sehr weibliches Kleid an. Leider wird nichts aus dem Job und sie ist ziemlich niedergeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt läuft sie Björn Bengt Becker über den Weg, dem Chefredakteur des Magazins "Monday". Vor ihm ist nichts sicher, was lange Beine, schöne Brüste und eine verlockende Kehrseite hat - genau letzteres fällt ihm bei Luisa sofort ins Auge. Und auch das gelbe Kleid. Er setzt alles daran, sie zu verführen. Zunächst einmal holt er sie in die Redaktion des "Monday". Bald stellt er fest, dass Luisa durchaus noch andere Qualitäten hat. Luisa ist hin- und hergerissen, denn sie weiß nicht, was sie von Björn halten soll. Denn oft genug verhält er sich tatsächlich wie ein Arsch.

Meine Bewertung:

Zunächst mal stelle ich mir eine Frage: Ist das Ende tatsächlich das Ende? Irgendwie scheint mir die Geschichte noch nicht abgeschlossen zu sein. Es ließ mich zumindest ziemlich verwirrt zurück. Und eines meiner Lieblingszitate kam mir in den Sinn. Aber vielleicht ist das Ende mit den vielen Fragezeichen ja auch so gewollt. Wer weiß, wer weiß... es bietet jedenfalls eine Option auf eine Fortsetzung. Kein Muss, aber eine Möglichkeit.

Nun aber zurück zum Buch. Ich mag Bücher, die von zwei Personen geschrieben wurden, insbesondere aus männlicher und weiblicher Perspektive. Ich gehe davon aus, dass in diesem Buch die Rollen nicht getauscht wurden, denn Björn Bengt Becker klingt für mich doch typisch männlich und Luisa Stein sehr weiblich, gefühlsbetont. Aber vielleicht täusche ich mich in diesem Punkt ja auch und das alles ist Absicht. Luisa mochte ich direkt, wobei ich finde, dass sie manchmal schon etwas überreagiert. Eine Zeitlang nervt sie sogar ein wenig, da sie die Ansicht anderer offensichtlich nicht so richtig akzeptiert. Björn bemüht sich richtig um sie und sie erkennt es einfach nicht an. 

Björn ist am Anfang wirklich kein Sympathieträger, viel zu sehr Aufreißer. Nach und nach erfährt man aber auch, warum er so wurde. Ab diesem Zeitpunkt wächst meine Sympathie für ihn ein bisschen. Wobei er es Frau wirklich nicht leicht macht, ihn zu mögen. Dafür ist er mir zu wankelmütig. Wenn er jedes Mal, wenn nicht alles so toll läuft, darüber nachdenkt, ob nicht doch die Andere die bessere Wahl ist. Ja, es gibt noch eine störende Dritte in der Gleichung. Linda, Björns Betthäschen auf Abruf, dessen Gefühle jedoch tiefer gehen, als Björn vermutet. 

Sehr unterhaltsam ist es auf jeden Fall, den Irrungen und Wirrungen dieser außergewöhnlichen Liebesgeschichte zu folgen. Luisa und Björn müssen nicht nur miteinander sondern auch mit ihrer Umgebung klar kommen. Immerhin ist Björn Luisas Chef und dazu noch 17 Jahre älter. Das gehässige Getratsche und teilweise echt fiese Mobbing am Arbeitsplatz macht den beiden das Leben nicht wirklich leichter. Man bekommt doch einen guten Einblick in die Grabenkämpfe einer Redaktion eines Nachrichtenmagazins. Puh, wenn es so tatsächlich in Redaktionen zugeht, bin ich doch froh, nicht Journalistin geworden zu sein. Dafür bin ich viel zu sehr Sensibelchen und könnte mich zu wenig durchsetzen. Der Kampf um die Titelstory wäre absolut nicht meins.

Der ständige Wechsel zwischen ihrer und seiner Sicht könnte verwirrend und auf Dauer nervend sein, ist er aber tatsächlich nicht. Es ist sogar sehr interessant, wie manche Schlüsselszenen erst von der einen und dann von der anderen Warte beleuchtet wird. So erfährt man genauer, was die Protagonisten empfinden und wie sie mit der Situation zurecht kommen. Nur ein einziges Mal hatte ich übersehen, dass es Björns Part war, den ich gerade las - was mich etwas erstaunt hat. Nach ein paar Zeilen war aber klar, dass er sprach und nicht sie.

Ich musste das Buch ziemlich schnell durchlesen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht mit Luisa und Björn. Es ist toll, wenn mich eine Geschichte so mitreißt. Dumm nur, dass das Buch dann auch schnell zu Ende ist...

So, zum Ende möchte ich nochmal auf das Ende zu sprechen kommen: Es ist gut, es ist passend und überraschend - aber irgendwie gefällt es mir nicht. Das ist aber auch das Einzige, was mir an diesem Buch nicht gefallen hat. Ansonsten ist die aufreibende Liebesgeschichte humorvoll, romantisch, sexy, bissig und auch ein bisschen traurig - alles drin, was eine gute Lovestory braucht, um nicht langweilig zu sein.

Die Frage, ob die beiden nun zueinander passen oder nicht, ist für mich noch nicht eindeutig geklärt. Ich bin gespannt auf eure Meinung, wenn ihr das Buch auch gelesen habt. Weitere Infos zu "Ich heirate einen Arsch" findet ihr bei Knaur

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und bedanke mich herzlich bei Kerstin Hohlfeld und Knaur für das Rezensionsexemplar!

Viele Grüße
Deborah



1 Kommentar:

  1. Haha, wie cool. Der Titel ist genial, weil er mich an meinen Mann erinnert. Ich habe auch (wissentlich) einen Arsch geheiratet ;)
    Das Buch klingt schräg aber gut!

    Liebe Grüße
    Yasmin

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