Freitag, 6. November 2015

Michaela Grünig – Küsse niemals einen Filmstar

Während der Buchmesse in Frankfurt habe ich einige sehr liebe Autorinnen kennengelernt. Beim knallroten Autorensofa trafen sich tagtäglich viele Autorinnen/Autoren und Leserinnen/Leser. 

Heute möchte ich euch ein Buch von Michaela Grünig vorstellen. Schade, dass ich kein Bild mit/von ihr gemacht habe.

Michaela Grünig sprach mit spontan an und fragte mich, ob ich einmal eines ihrer Bücher lesen möchte. Sehr gerne, denn der Klappentext von "Küsse niemals einen Filmstar" klang schon vielversprechend.

Licht aus, Spot an für...


Darum geht es:

Ex-Stuntman Sam Faulkner übernimmt einen ungeliebten Job. Er soll sich rund um die Uhr um die junge, bildhübsche Schauspielerin Claire Anchorage kümmern, die gerade aus der Entzugsklinik entlassen wurde. Kein leichter Job, denn Claire ist alles andere als handzahm und reizt Sam gewaltig, denn sie möchte ihren neuen Babysitter schnellstmöglich loswerden. Sam ist froh, dass man sich schon bald auf eine Trennung einigt. Aber dann kommen ihm Zweifel, denn Claire benötigt wirklich seine Hilfe, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Und ganz nebenbei kann er ihrem Charme auch nicht widerstehen.

Meine Bewertung:

Ich bin ja ein bekennender Fan von unterhaltsamen, sexy Liebesgeschichten. Und genau das erwartet euch hier: Eine heiße Romanze vor der glitzernden Kulisse Hollywoods, wo durchaus raue Sitten herrschen und der Konkurrenzkampf ganz groß geschrieben wird.

Sam und Claire haben schmerzhafte Dinge erlebt, Hollywood hat bereits tiefe Narben hinterlassen. Deshalb sind beide eher vorsichtig und misstrauisch anderen Menschen gegenüber. Sam hat tiefe Schuldgefühle gegenüber seinem besten Freund, er gibt sich die Schuld an seinem Unfall und der daraus folgenden Lähmung. Außerdem war er mit der falschen Frau verheiratet.

Claire wurde in ihrer Jugend aufs Übelste verletzt und hatte nie den Rückhalt ihrer Eltern. Im Gegenteil, wie viele Eltern von Jungstars sind sie nur auf Geld und Ruhm aus. Claire ist für sie lediglich ein Goldesel, weswegen ihr Vater sich zu ihrem Manager erklärt hat. Auf diese Art schafft es Claire nicht, mit der Vergangenheit abzuschließen. Durch ihren Absturz in die Alkoholsucht hat sie sich zudem so gut wie alle Chancen für ihre weitere Karriere verbaut. Ein weiterer Grund für ihren Vater, sie anzutreiben.

Sam ist ein durch und durch sympathischer Mensch, der gerne und selbstlos anderen hilft. Statussymbole sind ihm egal, deshalb macht es ihm auch nichts aus, seiner Ex-Frau jeden Monat einen Batzen Geld zukommen zu lassen – und das, obwohl sie ihn unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Ehe gelockt hat. Viel mehr verletzt es ihn aber, dass sie darauf bestanden hat, seinen Hund Popeye zu behalten. Es ist verständlich, dass er sich nach diesen Erlebnissen zunächst nicht mehr auf eine Beziehung einlassen möchte. Umso schöner ist es, dass Claire ihm doch ans Herz geht, denn er kann hinter die schöne Fassade schauen und entdeckt dort das verängstigte Mädchen.

Claire zu mögen, ist anfangs nicht so leicht. Sie scheint eine oberflächliche, verwöhnte Zicke zu sein. Eben eine von diesen Schauspielerinnen, die viel zu jung Erfolg hatte und seither gnadenlos vermarktet wird. Wie sie mit Sam umgeht, ist alles andere als nett. Aber irgendwann entdeckt auch sie, welchen Schatz sie da eigentlich in greifbarer Nähe hat. Sam ist nicht nur der große, attraktive Beschützer. Er ist auch jemand, der sie nicht wegen ihres Geldes und ihrer Bekanntheit liebt und respektiert. Die Frage ist nur, ob diese Einsicht nicht schon zu spät kommt – nachdem sie ihn von sich gestoßen hat...

Ach ja, eine schöne Geschichte mit einem Schuss Spannung und ganz viel Liebe. Das absolut Richtige gegen den Herbstblues. Also Kuscheldecke schnappen und ab auf die Couch. Kopfkino ist besser als jeder Fernsehfilm...

Damit es nicht heißt, ich lobe nur über den grünen Klee, gibt es hier noch ein bisschen Kritik: Einziges Manko, das mich ein wenig gestört hat im Lesefluss: Die Zeilenabstände im Buch sind nicht ganz einheitlich (ja, ich bin da penibel, weil ich auch häufig Texte Korrektur lese). Aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Wer sich Gedanken macht, ob das selbst verlegte Buch nun schlechter ist als ein Verlagsbuch: Das kann ich verneinen – es gibt zwar ein paar kleine Fehlerchen, aber auch nicht mehr, als in einem Verlagsbuch.

Küss niemals einen Filmstar“ ist übrigens der zweite Band aus der Reihe „Liebe nach Drehschluss“ von Michaela Grünig. Man kann diese aber auch unabhängig voneinander lesen. Band 1 „Küsse im Rampenlicht“ möchte ich auf jeden Fall auch noch lesen.

Wie gefällt euch das Cover? Ich finde es sehr gelungen. Die Farben sind kräftig und wunderschön (außerdem optimal abgestimmt auf meine neu gekaufte, pinkfarbene kleine Lampe), Bild und Text passen hervorragend zum Titel. Ein wunderschönes, von Claudia Tomans „Traumstoff Buchdesign“ entworfenes Cover.

Weitere Infos zu Michaela Grünig und ihren Büchern findet ihr auf ihrer eigenen Internetseite oder aber bei Knaur, wo Anfang Oktober ihr neues Buch "Ohne Ziel ist der Weg auch egal" erschienen ist.

Ich möchte euch noch meine ganz persönliche Lieblingspassage aus dem Buch vorstellen – eine wunderschöne Liebeserklärung von Sams Freund Steve an seine Verlobte Debbie:

Mädels, ihr müsst jetzt alle ganz stark sein, aber meine Tage als freier Mann sind seit heute gezählt, denn diese kleine Maus hier...“ Er schlang seine Arme um Debbie und küsste sie zärtlich auf den Mund. „...hat zugestimmt, meine Frau zu werden!“ (Zitat aus „Küsse niemals einen Filmstar“, Seite 180 oben)

Klar, warum mir diese Stelle so gefällt, oder? ;-)

Mein kurz zusammengefasstes Fazit:

Eine tolle Liebesgeschichte, die genau meinem Geschmack entspricht: Einfach zum Seufzen schön. :-)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und bedanke mich ganz herzlich bei der lieben Michaela Grünig für das signierte Buch!

Ich wünsche euch ein schönes (Lese-)Wochenende!

Deborah

PS: Ich überlege gerade, ein neues Wertungssystem einzuführen, vielleicht mit meiner kleinen Lampe? In dem Fall gäbe es für das Buch 4 ¾ Lämpchen von 5 (den ¼ Punkt Abzug für die Textabstände)

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