Montag, 26. Juni 2017

Jenny Colgan - Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg + Gewinnspiel

Eigentlich wollte ich im vergangenen Jahr einen Sommerbuchtipp für den Vorgänger dieses neuen Romans von Jenny Colgan veröffentlichen. Eigentlich Komma aber. Ich habe es wieder einmal verpasst.


"Die kleine Bäckerei am Strandweg", erschienen im Berlin Verlag, hat mich im letzten Jahr schwer verzaubert. Ich habe mich Hals über Kopf verliebt in Neil, den kleinen frechen Papageientaucher, und natürlich auch in Polly, Tarnie, Huckle und alle die anderen liebenswürdigen bis leicht seltsamen Bewohner Mount Polbearnes. Bevor ich zum neuen Buch übergehe, hier noch eine kleine Rückschau auf den ersten Teil der Buchreihe.

"Die kleine Bäckerei am Strandweg"


Der Inhalt:

Polly Waterford und ihr Freund Chris verlieren ihre Existenzgrundlage - ihre Grafikdesignfirma, ihre Wohnung und gleichzeitig auch ihre Liebe. Es gibt keine Chance mehr für einen gemeinsamen Neuanfang. Polly beschließt daher - und mangels besserer Angebote - der Stadt Plymouth den Rücken zu kehren und nach Cornwall, oder genauer nach (oder eher auf?) Mount Polbearne zu ziehen, wo sie eine alte, heruntergekommene Wohnung über einer leerstehenden Bäckerei gefunden hat. Ihre beste Freundin Kerensa findet den Plan, sich alleine auf einer Insel zu verkriechen, wenig hilfreich. Alleine bleibt Polly allerdings nicht lange, da ihr ein junger Papageientaucher zufliegt. Sie schließt Neil, so nennt sie den frechen Vogel, schon bald in ihrer Herz, und er fühlt sich so wohl bei ihr, dass er gar nicht mehr weg will.

Dennoch braucht Polly auch eine Beschäftigung. Was sie aus Langeweile wieder beginnt, könnte auch ihre berufliche Chance sein: Polly backt sehr gerne und gut. Die Insulaner reagieren zunächst skeptisch. Aber als sie Tarnie und seine Bootsmannschaft für sich gewinnt, steht einer beruflichen Zukunft mit der Bäckerei nichts mehr im Weg - außer der Vermieterin Mrs. Manse, die ebenfalls eine eher schlecht laufende Bäckerei auf der Insel besitzt.

Da es hauptsächlich Männer auf der Insel gibt, kommt auch schon bald die Liebe ins Spiel...

Mein Tipp: Wenn ihr den ersten Teil noch lesen wollt, solltet ihr die Zusammenfassung vom zweiten Teil tunlichst überlesen. ;-)


"Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg"



Die heiß ersehnte, wenn auch überhaupt nicht erwartete, Fortsetzung. Für mich war der erste Teil eigentlich eine abgeschlossene Geschichte. Es war daher eine (freudige) Überraschung, als ich diese zweite Geschichte entdeckt habe. Im ersten Moment dachte ich sogar, ich hätte falsch geguckt, da sich die Cover so sehr ähneln.

Darum geht es:

In Polly Waterfords Leben läuft alles großartig. Mittlerweile wohnt sie mit ihrem amerikanischen Freund Huckle im Leuchtturm von Mount Polbearne und beide Bäckereien laufen gut unter ihrer Leitung. Polly und Huckle sind nicht reich, aber sehr glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Doch schon bald ziehen Gewitterwolken über dem jungen Glück auf. Mrs. Manse, die Besitzerin der beiden Bäckereien, stirbt. Polly hatte sich zuletzt recht gut mit ihr verstanden. Mrs. Manse Schwester erbt die Bäckereien und setzt ihren eigenen Sohn Malcolm als Verwalter ein. Er will alles kosteneffektiver gestalten und macht Polly das Leben zur Hölle.

Außerdem kehrt Tardies Witwe Selina auf die Insel zurück und zieht ausgerechnet in Pollys alte Wohnung. Fast freunden sich die beiden Frauen an, doch Polly hat ein Geheimnis vor Selina, das ansonsten so gut wie jeder der Inselbewohner kennt. Außerdem kommt es zu einem tragischen Unfall.

Polly und Huckle stehen einige sehr schwere und schmerzhafte Entscheidungen bevor. Es wird Zeit für einen weiteren Neuanfang. Doch haben beide dafür die Kraft?


Meine Bewertung:

Sowohl Teil 1 als auch Teil 2 der Geschichten um Polly Waterford und ihr Leben in Mount Polbearne kann ich euch wärmstens empfehlen - ich liebe beide Romane. Gefühlt hatte Polly schon ihr Happyend mit Mann, Vogel und Bäckerei in der Tasche, aber das Schicksal mischt die Karten leider noch einmal komplett neu. Polly kämpft hart um alles, was sie sich aufgebaut hat, denn sie liebt ihr jetziges Leben mit Huckle, ihre Nachbarn und natürlich auch die Bäckerei, die sie zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.

All die wunderbaren Figuren, die mir im ersten Teil sehr ans Herz gewachsen sind, sind Teil des neuen Buches. Auch bei Reuben und Kerensa läuft nicht gerade alles nach Plan. Das Ganze liest sich durchaus spannend, denn wirklich alles geht für Polly, Huckle und ihre Freunde schief. Aber die Moral von der Geschichte: Schließt sich eine Tür, öffnet sich irgendwo eine andere. Trotz aller Tiefschläge verliert Polly nie aus den Augen, was am allerwichtigsten ist: Liebe und Freundschaft. Auch in Zeiten von Trauer und Not ist sie immer für die Menschen von Polbearne da. Und wie nicht anders erwartet, findet sich auch dieses Mal ein neuer Weg für sie, mit einer Menge Unterstützung von ihren Freunden und Nachbarn.

Fast das Herz in die Hose gerutscht ist mir allerdings, als dem kleinen Papageientaucher Neil ein Unglück geschieht. Ich habe mit Polly gelitten, als sie daraufhin eine weitere schwere Entscheidung treffen muss ....

Jenny Colgan macht mit ihrem neuen Buch große Lust auf einen Besuch in Cornwall, das offensichtlich auch raue und sehr beeindruckende Seiten hat. Das Buch macht aber auch Hunger auf frische, knusprige Backwaren. Glücklicherweise gibt es auch dieses Mal als Zugabe wieder einige schöne Rezepte im Anhang. Das eine oder andere davon werde ich sicher einmal ausprobieren. :-)

Mein Fazit:

Beide Romane bekommen von mir 5 Leselämpchen. Liebe, Spannung, Freundschaft und Neil - was will ich mehr für einen perfekten Lesesommer.


Infos zu den Büchern, der Autorin und auch Leseproben findet ihr hier:

Die kleine Bäckerei am Strandweg

Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg

uuund... da aller guten Dinge drei sind, wird es ab Oktober noch ein Weihnachtsbuch geben. Ich freue mich schon riesig darauf. Die ersten Infos findet ihr hier:

Weihnachten in der kleinen Strandbäckerei

Ich bedanke mich herzlich beim Piper Verlag und bei PURE Online Digitale Kommunikation für die Rezensionsexemplare des neuen Buches.

Und jetzt kommen wir zur Überraschung...

Das Gewinnspiel


Ich darf eine Ausgabe von "Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg" an euch verlosen. Das Drumherum gehört nicht zum Gewinn, es wird aber ein paar kleine Goodies dazu geben. :-)

Das Gewinnspiel wird dieses Mal parallel hier, auf meiner Facebookseite und auf Instagram laufen. Wenn ihr auf allen drei Kanälen teilnehmt, habt ihr also drei Chancen. Ihr braucht mir aber nicht zu schreiben, unter welchen Namen ihr wo mitgemacht habt. Ich schreibe einfach alle Teilnehmer auf allen Kanälen auf, werfe sie in den Lostopf und lose einen glücklichen Gewinner aus. Weder Facebook, noch Instagram oder Blogger haben damit irgendwas zu tun. Ihr kennt ja da übliche Palaver:

- Teilnehmer müssen mindestens 18 sein oder Einverständnis der Eltern haben.
- Kein Ersatz des Gewinns bei Verlust durch die Deutsche Post, keine Auszahlung möglich.
- Es besteht kein rechtlicher Anspruch auf einen Gewinn.
- Versand nur innerhalb der EU.
- Es ist kein Muss, dass ihr Leser meines Blogs seid, aber schön wäre es schon.
- Adresse wird nur im Gewinnfall und nur für den Versand benötigt, keine Weitergabe an Dritte.

Wenn ihr einverstanden seid und mitmachen wollt, könnt ihr das bis nächsten Samstag, 01.07.23:59 Uhr.

Bitte beantwortet mir hier als Kommentar folgende Frage:

Wie heißt Pollys lustiger kleiner Papageientaucher?

Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer - ich habe nichts gegen Werbung und Teilen. ;-)

Liebe Grüße und viel Glück,
Deborah

Ps: In nächster Zeit wird es noch einige Gewinnspiele geben. Quasi kleine, verspätete Geburtstagsgeschenke zum achten Bloggeburtstag...

Dienstag, 13. Juni 2017

Lorraine Fouchet - Ein geschenkter Anfang


Die Besprechung dieses Buches muss ich einfach mit einem Zitat aus dem Buch beginnen ...


„Qui voit Groix, voit sa joie, wer Groix erblickt, erblickt seine ganze Freude ...“ (Zitat Seite 76)

Meine ganz persönliche Freude: Als ich ein Überraschungspaket mit Lorraine Fouchets „Ein geschenkter Anfang“ in den Händen hielt – mein ganz persönliches Ticket für einen Kurzaufenthalt auf der Insel.


Nach einigen Jahres des Wartens und bangen Hoffens durfte ich endlich wieder ein neues Buch von Lorraine Fouchet lesen, deren bisher in Deutsch erschienene Bücher ich alle verschlungen habe. Dank des Atlantik Verlages, der mir schon mehrfach mit wunderschönen Büchern französischer Schriftsteller Freude gemacht hat, durfte ich nun wieder mit einer meiner Lieblingsautorinnen eine Reise auf die Île de Groix in der Bretagne unternehmen. Wenn ich sie nicht schon gekannt hätte, hätte mich alleine das Wort „Bretagne“ verführt. So sind es aber auch Beschreibungen wie diese, die mich glücklich und sehnsüchtig machen:

„So ist Groix – keine Sentimentalitäten, sondern Gefühl, kein Geschwätz, sondern Taten, keine Einsamkeit, sondern Gemeinsamkeit. Man wird geboren, man stirbt, und dazwischen navigiert man dahin, man liebt, man angelt, man kämpft, entre ciel et l'eau – zwischen Himmel und Wasser.“ (Zitat Seite 74)


Darum geht es:

Die Familie trifft sich zu einem traurigen Anlass auf Groix. Lou ist gestorben nachdem sie früh an Alzheimer erkrankt ist. Lou war Jos Seelenverwandte, die Liebe seines Lebens und die Mutter seiner Kinder Cyrian und Sarah. Jo leidet sehr unter dem Verlust von Lou, insbesondere auch, weil das Verhältnis zu seinen Kindern eher distanziert ist. Lou hat Jo ein schwieriges Erbe hinterlassen: Sie möchte, dass er sich seinen Kindern und Enkelkindern wieder annähert und eine Möglichkeit findet, die Familie wieder zu vereinen.

Cyrian lebt in einer kriselnden Ehe mit seiner Frau Albane, die ihre gemeinsame Tochter Charlotte überbehütet. Jos Sohn hat Affären mit anderen Frauen und setzt seine Ehe aufs Spiel. Er kann Jo so vieles nicht verzeihen.

Aber auch Tochter Sarah gab Lou Grund zur Sorge. Nachdem ihr Verlobter sie wegen ihrer Krankheit sitzen ließ, war sie nie mehr richtig glücklich.

„Ein Kind zu lieben bedeutet, von dem Kind Abschied zu nehmen, das man sich erträumt, in seiner Phantasie ausgemalt hat, es bedeutet, das Kind so zu akzeptieren, wie es ist, nicht wie wir es uns wünschen.“
(Zitat S. 39)


Ziemlich harte Brocken für den gutmütigen aber auch ahnungslosen Jo. Er steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe, da er sich nie richtig mit seinen Kindern beschäftigt hat. Nicht, dass er sie nicht liebt, doch es fehlt die Nähe und Verbindung. Am nähsten ist ihm seine quirlige Enkelin Pomme, Cyrians erste Tochter, die mit ihrer Mutter ebenfalls auf Groix lebt und ihren Großvater sehr liebt. Ihre Großmutter Lou vermisst sie sehr und hat ein schlechtes Gewissen wegen des gemeinsamen Geheimnisses, das sie hüteten …

Meine Bewertung:


Die Jahre des Wartens wurden mehr als belohnt – Lorraine Fouchet zaubert noch immer mit Worten. Aus ihren Beschreibungen kann man die Liebe zur Île de Groix buchstäblich herauslesen. Schon einmal handelte einer ihrer Romane in Paris und auf Groix. Ich bin mir nicht ganz sicher (ist ja schon etwas her, dass ich „An einem Abend in Paris“ gelesen habe), aber ich glaube, im aktuellen Buch ein paar Insulanern wieder begegnet zu sein.

Ich habe die Geschichte bereits im März gelesen und sie war definitiv ein Monatshighlight und wird auch ein Jahresfavorit. Irgendwie finde ich, dass „Ein geschenkter Anfang“ nicht nur eine wunderbare Familiengeschichte ist, sondern auch eine sehr schöne Sommerlektüre – obwohl die Handlung von Herbst bis Winter spielt. Allein das Cover erinnert an einen Sommer an der Atlantikküste, den Urlaubsort meiner Träume.

Ich liebe Fouchets Erzählstil, den ich schon in den vorherigen Büchern sehr genossen habe. Die Geschichte wird aus der Sicht aller Protagonisten erzählt. Jedes Kapitel aus der Sicht einen anderen Familienmitglieds (oder von anderen Personen), teilweise in der Jetztzeit aber auch in den Jahren zuvor. Auch Lou kommt immer wieder zu Wort – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart „von dort, wohin wir alle einmal gehen“. Sie kann zwar nicht mehr eingreifen, beobachtet aber das Geschehen und wie es ihren Lieben ergeht.

Diese Art der Erzählung macht die Geschichte sehr lebendig und liebenswert, da man von den Erlebnissen, Ängsten, Träumen und Erwartungen jedes einzelnen etwas erfährt und sogar die Beweggründe der wenig einnehmenden Schwiegertochter Albane nach und nach begreift. Letztlich sind mir alle Familienmitglieder im Lauf der Erzählung (mehr oder weniger) ans Herz gewachsen. Meine große Heldin und Lieblingsfigur ist auf jeden Fall die lebhafte Pomme, die das Herz am rechten Fleck hat.





Mein Fazit:

Neben Antoine Laurain und Marie-Sabine Roger gehört Lorraine Fouchet zu meinen Lieblingsautoren aus Frankreich. Wie schön, dass sie nun auch zur Atlantik-Familie gehört. Ich hoffe, dass es zukünftig noch viele weitere Bücher von ihr geben wird. Auch gegen Neuauflagen der alten Bücher in schönerer Aufmachung hätte ich absolut nichts einzuwenden. ;-)

Für „Ein geschenkter Anfang“ vergebe ich 5 Leselämpchen (am liebsten noch mehr...). Das Buch ist eines der Bücher, das auf Dauer ein Plätzchen in meinem Regal reserviert hat. Irgendwann werde ich alle Bücher der Autorin erneut lesen, am liebsten während eines Urlaubs in der Bretagne. Euch kann ich es zu 100% empfehlen, wenn ihr die Bücher der oben genannten Autoren auch mögt.


Weitere Informationen zum Buch und der Autorin findet ihr auf der Verlagsseite von Hoffmann und Campe.

Mein herzlicher Dank für die unverhoffte und absolut gelungene Überraschung geht an den Atlantik Verlag, der sich wieder einmal sehr viel Mühe gemacht hat für uns.



Euch wünsche ich einen schönen Abend und übermorgen einen sonnigen Feiertag.


Viele Grüße
Deborah


Ps: Heute ist mein 8. Bloggeburtstag. Das wird natürlich noch groß gefeiert in den kommenden Tagen ... seid gespannt.